Das Straßenbahndepot in Nieuwegein wird einer Generalüberholung unterzogen. Neben der Erweiterung der Anzahl der Gleise wird auch die vierzig Jahre alte Werkstatt renoviert. De Vries en Verburg Bouw aus Stolwijk baut die neue Werkstatt, einschließlich der Werkstatteinrichtungen.
"Das Straßenbahndepot wird auf die Ankunft der Uithof-Linie vorbereitet", erklärt Projektleiter Guido Jongebreur von De Vries und Verburg. "Diese neue Express-Straßenbahnlinie vom Hauptbahnhof Utrecht zum Universitätscampus De Uithof (seit November Wissenschaftspark Utrecht; Anm. d. Red.) verdoppelt den Straßenbahnverkehr in und um Utrecht. Auch die Straßenbahnen der Uithof-Linie unterscheiden sich von denen der derzeitigen Flotte. Sie sind aus Aluminium statt aus Stahl und haben einen niedrigeren Boden. Wir stimmen die neue Werkstatt auf diese Straßenbahnen ab.
Zwei Welten
De Vries en Verburg wird die neue Werkstatt im Auftrag der Provinz Utrecht realisieren. Damit das Projekt gelingt, sind beide Parteien dringend auf das Wissen und die Erfahrung des jeweils anderen angewiesen, sagt Jongebreur. "In der Werkstatt treffen zwei Welten aufeinander: eine Strecke mit Oberleitungen und ein Gebäude. Wir müssen diese Welten zusammenführen. Hier ist der Schienenbereich Teil des Fachwissens des Kunden, während wir uns mit der Realisierung von Gebäuden auskennen."
Acht Spuren
Ein kleiner Teil der Werkstatt wird als Büro dienen. Der Rest ist für Werkstatteinrichtungen vorgesehen, die sich auf acht Gleise verteilen. Spur 1 ist die Autowaschanlage. Spur 2 ist für die Innenreinigung und kleinere Wartungsarbeiten, wie das Nachfüllen von Wischwasser und Bremssand, vorgesehen. Spur 3 beherbergt die Drehbank für die Boxenräder und Spur 4 den Richtrahmen. Die Gleise 5 bis 8 bestehen aus einer Kombination von Hebebühnen, klappbaren Plattformen, Oberleitungen und einem Einschienenbahnsystem. Hier kann die Straßenbahn hochgehoben, aber auch von oben repariert werden.
3D-Entwurf
In technischer Hinsicht gab es bei dem Projekt einige Schwierigkeiten. Änderungen an den Spezifikationen und ein neuer Entwurf für das Untergeschoss führten zu einem längeren technischen Prozess. Auch die Integration der vielen Disziplinen erforderte viel Aufmerksamkeit. "Wir haben den Entwurf komplett in 3D ausgearbeitet", sagt Jongebreur. "Wir haben alle Komponenten in den Entwurf aufgenommen, bis hin zu den Hebesystemen und Falttüren, um ein möglichst vollständiges Bild des Gebäudes zu erhalten."
Nachhaltige Maßnahmen
Die neue Werkstatt wird eine nachhaltige Werkstatt sein. Zum Beispiel wird das Gebäude bald völlig gasfrei sein. Die Werkstatt wird mit einer Luftwärmepumpe beheizt, die Böden sind isoliert und mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. In der Nähe der Straßenbahnen werden Strahlungsplatten installiert. Außerdem wird überall LED-Beleuchtung eingesetzt, und der Büroteil wird mit einer Wärme-/Kälteanlage ausgestattet. Das Dach ist für Sonnenkollektoren geeignet und mit Sheddächern für eine optimale Tageslichtversorgung ausgestattet.
Fertigstellung in vollem Gange
De Vries en Verburg begann im September 2017 mit den Bauarbeiten. Jongebreur erklärt: "Das Gebäude hat eine Pfahlgründung aus Mörtelschraubenpfählen mit einer Ortbetondecke, auf der die Stahlkonstruktion steht. In der Nähe der Gleise ist der Boden verstärkt. Wir haben die Werkstatt wind- und wasserdicht mit einer Metallverkleidung in einem grünen Muster versehen, um das Gebäude in seine Umgebung zu integrieren. Wir haben das Gebäude mit Stahl- und Kunststoffdachplatten eingedeckt. Im Inneren haben wir die Werkstatt mit Kalksandstein und Kachelböden ausgestattet. Die Fertigstellung des Gebäudes wird im ersten Quartal 2019 erfolgen.