Die Meelfabriek in Leiden ist eine besondere Mischung aus monumentalen und neuen Gebäuden. Während die neuen Gebäude natürlich mit hochmodernen und nachhaltigen Anlagen ausgestattet sind, ist dies bei den monumentalen Gebäuden innerhalb des Komplexes weniger offensichtlich. Sie wurden einfach nicht für nachhaltiges Heizen, Kühlen und Lüften gebaut. Dies zu entwickeln und zu verwirklichen war daher eine enorme Herausforderung.
"In monumentalen Gebäuden sind die Gebäudehülle, die Dichtheit der Fugen und andere bauphysikalische Eigenschaften oft so beschaffen, dass eine Niedertemperaturheizung und/oder Hochtemperaturkühlung nicht in Frage kommt", sagt Kees van Leeuwen, Senior Project Manager bei Burg Installatietechniek aus Lisse. "Die Entscheidung für eine nachhaltige Lösung würde zu unzufriedenen Endverbrauchern führen. Um monumentale Gebäude nachhaltig zu beheizen, sind so hohe Kapazitäten erforderlich, dass die Kosten den Nutzen nicht überwiegen."

Im Fall von "The Flour Factory" ist alles anders. Hier war die Installation von nachhaltigen Klimasystemen eine Voraussetzung. Die dafür notwendigen Bedingungen in Bezug auf die Investitionsbereitschaft wurden konkretisiert. Die Vision wurde in einen konkreten Plan pro Gebäude umgesetzt und führte u. a. zur Umwandlung des Molengebouw und des Riffellokaals in einen Wohnkomplex. Die beiden monumentalen Gebäude sind völlig gasfrei und mit effektiver Wärmepumpentechnik für Heizung, Kühlung (aktiv/passiv) und Warmwasser ausgestattet. Außerdem sind sie mit ausgewogenen Lüftungssystemen mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ausgestattet.
All dies wurde erreicht, indem - im Rahmen der Möglichkeiten der denkmalgeschützten Gebäude - so viel wie möglich isoliert wurde. "So wurde zum Beispiel Restaurierungsglas in den restaurierten Stahlfensterrahmen verwendet und die Brüstungen wurden isoliert", sagt Van Leeuwen. "Außerdem wurden insbesondere bei der Gestaltung der Wärmeabgabesysteme Systeme gewählt, die die durchschnittliche Oberflächentemperatur erhöhen. Dies dient dazu, kältere Oberflächen auszugleichen und den Komfort und damit die Zufriedenheit der Nutzer zu erhöhen. Unter Kostengesichtspunkten haben wir dabei so weit wie möglich mit standardisierten Lösungen gearbeitet, aber mit unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien und unterschiedlichen Akzenten. All dies führte tatsächlich zur Verwirklichung der gesetzten Ziele: nachhaltige, energieeffiziente und gasfreie Gebäude, aber vor allem zufriedene Endnutzer."