Plattform für Neubau, Renovierung, Restaurierung und Umgestaltung
Neue Zukunft für altes FIOD-Büro

Neue Zukunft für das alte FIOD-Büro

Beispielhaftes Projekt für zirkuläres (Wieder-)Bauen

Das ehemalige FIOD-Büro im Haarlemer Stadtteil Schalkwijk wird umfassend umgestaltet. Der größte Teil des Gebäudes und ein Teil der technischen Anlagen bleiben erhalten, während das Regierungsbüro ein völlig anderes und viel offeneres Erscheinungsbild erhält. Ein beispielhaftes Projekt in Bezug auf kreisförmiges Bauen und Renovieren.

Der Auftrag für die Umgestaltung wurde nach einer Ausschreibung im Jahr 2020 von der staatlichen Immobilienagentur an BAM Bouw en Techniek vergeben. "Wir haben ein Kernteam für dieses Projekt zusammengestellt und mit den Architekten MVSA und Beyond Space einen Entwurf erstellt, der so viel Wiederverwendung wie möglich vorsieht", sagt Bertil Groot, Projektleiter bei BAM Bouw en Techniek. "Unsere Designvision hieß 'Open up'; wir wollten ein sehr transparentes Büro schaffen. Unter Beibehaltung des bestehenden Gebäudes haben wir ein ganz anderes Gebäude entworfen. Unser Entwurf entsprach am besten den Anforderungen der Staatlichen Immobilienverwaltung".

Neue Zukunft für das ehemalige FIOD-Büro 1
Die alte Fassade des ehemaligen FIOD-Büros, mit den nach innen geklappten Erkerfenstern. (Bild: BAM)

Denkweise

"Im Prinzip wollten wir nichts wegwerfen, aber Wiederverwendung nur um der Wiederverwendung willen ist nicht das Ziel. Außerdem kann man nicht alles wiederverwenden", sagt Groot. "Man muss es tun, wenn es qualitativ gut ist und wenn man ein gutes Endprodukt liefern kann. Dem Abriss ging daher eine gründliche Bestandsaufnahme vor allem der technischen Anlagen voraus. "Das erfordert eine bestimmte Denkweise: Erst denken, dann wegwerfen. Wir haben alle Installationen, die für eine Wiederverwendung vorgesehen waren, systematisch überprüft und inspiziert. Wir wollten sicherstellen, dass sie noch den erforderlichen Qualitätsanforderungen entsprechen. Mit dem Auftraggeber und den künftigen Nutzern haben wir intensiv darüber diskutiert, ob eine Wiederverwendung sinnvoll ist oder nicht. Lüftungsanlagen, Transportleitungen und Heizungsverteiler wurden so weit wie möglich beibehalten. Bei dem Hocheffizienzkessel war dies beispielsweise nicht möglich; er wurde durch einen neuen, kleineren Kessel ersetzt. Die Anlagen, die erhalten werden konnten, wurden gekennzeichnet. Das bedeutete auch eine andere Arbeitsweise für unsere Leute, sie mussten während des Umbaus sehr vorsichtig damit umgehen." Die charakteristischen achteckigen Pilzsäulen aus Beton wurden nur abgeschliffen. "Man sieht noch die Löcher, an denen die Zwischenwände befestigt waren. Die haben wir absichtlich nicht beseitigt, weil man sieht, dass es sich um ein bestehendes Gebäude handelt."

Neue Zukunft für das ehemalige FIOD-Büro 2
Transparenz bestimmt das Bild der neuen Büroetagen.

Erkers

Materialien, die nicht wiederverwendet werden konnten, wurden abgebaut und in der Tiefgarage gelagert. Die überwiegende Mehrheit fand anderswo eine neue Verwendung. Auch bei neu eingesetzten Materialien oder Geräten spielt die Wiederverwendung eine Rolle. Im Erdgeschoss wird beispielsweise ein Boden verlegt, dessen Steinstreifen aus Resten anderer Materialien bestehen. Die neuen Lichtstrahler bestehen zu 80 Prozent aus Kreislaufmaterialien. Für ihre Herstellung wurde unter anderem ein 3D-Drucker eingesetzt.

Das U-förmige Gebäude, das in den 1970er Jahren vom Architekten Oyevaar entworfen wurde, hatte abgehängte Decken mit dahinter liegenden Installationen und auffällige, nach innen gerichtete gelbe Erkerfenster. "Es war ein ziemlich dunkles und düsteres Gebäude, in dem jetzt mehr Menschen arbeiten müssen. Um dafür genügend Platz zu schaffen, haben wir die Erker umgedreht. Die neuen Erker hängen jetzt an der Außenfassade, die ebenfalls gereinigt und verputzt wurde", sagt Groot. "Diese Erker bieten nicht nur mehr Quadratmeter, sondern auch mehr Licht. An der Stelle der alten Erker sind die Böden gegossen worden. Die abgehängten Decken wurden entfernt; die Installationen hängen jetzt frei, was ebenfalls ein größeres Raumgefühl vermittelt. Die alten Deckengitter wurden mit Stoff bespannt, um sie als Akustikwandplatten wieder zu verwenden.

Im Erdgeschoss erhält das Gebäude einen bescheidenen Anbau, eine komplett aus Holz gefertigte und demontierbare Struktur, in der das Begegnungszentrum untergebracht ist. Groot: "Diese Renovierung ist im Grunde auf 15 Jahre angelegt. Wir haben auch darüber nachgedacht, was wir bis dahin noch mit den Materialien und Installationen machen können. Zum Beispiel kann das Akustikmaterial, das an den Decken angebracht ist, wieder entfernt und wiederverwendet werden."

Informationen zur Konstruktion
  • Kunde Rijksvastgoedbedrijf, Den Haag
  • Umsetzung BAM Bouw en Techniek Integrale Projecten Oost, Apeldoorn
  • Gestaltung MVSA, Amsterdam und Beyond Space, Amsterdam
  • Installationsberater BAM Consultancy & Engineering, Bunnik
  • Konstrukteur BAM Consultancy & Engineering, Bunnik
  • Bauzeit Frühjahr 2021 - Mai 2023

Gerelateerde artikelen

"*" kennzeichnet Pflichtfelder

Dieses Feld dient der Validierung und sollte unverändert bleiben.

Senden Sie uns eine Nachricht

Wir setzen Cookies ein. Auf diese Weise analysieren wir die Nutzung der Website und verbreiten das Nutzungskonzept.

Einzelheiten

Können wir Ihnen dabei helfen?

Bekijk alle resultaten