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Erstes Laborgebäude aus ‘Holz’ in den Niederlanden
Plus Ultra III in Wageningen setzt einen neuen Standard für nachhaltige, flexible Multi-Tenant-Gebäude für Biowissenschaften.

Erstes ‘Holz’-Laborgebäude in den Niederlanden

Plus Ultra III in Wageningen setzt einen neuen Standard für nachhaltige, flexible Multi-Tenant-Gebäude für Biowissenschaften. Es ist das erste Laborgebäude in den Niederlanden, bei dem man sich bewusst für ein hybrides Holzbaukonzept entschieden hat. Ein Interview mit Maurits van Ardenne von Proof of the sum, Projektarchitekt von Plus Ultra III, über dieses einzigartige Konzept, bei dem der Brandschutz eine große Rolle spielt.

Plus Ultra III ist eine Entwicklung von Kadans Science Partner, einer bekannten Partnerschaft des Architekturbüros. “Die Entwicklung begann vor drei Jahren, aufbauend auf den früheren Projekten Plus Ultra I und II auf dem Campus”, sagt Van Ardenne. “Diesmal mit einem klaren Ziel: die Nachhaltigkeit zu beschleunigen und die Grenzen in einer komplexen Gebäudetypologie zu erweitern. Im Vorfeld wurden daher Beton und Holzbau explizit gegenübergestellt, sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht. Gemeinsam mit der Bbl Brandschutzberatung, einer auf Holzbau spezialisierten Brandschutzagentur, wurden intensive Gespräche mit der Gemeinde und dem Bauherrn geführt. Holzbau in dieser Typologie ist erklärungsbedürftig, vertrauensvoll und bedarf der Auseinandersetzung mit den Bedenken, vor allem in Bezug auf den Brandschutz.”

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Das zentrale Atrium verbindet alle Etagen und fungiert als soziales Herz.

Schaukasten

Die Tragwerksplanung von Plus Ultra III wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Adviesbureau Lüning, einem auf Holzbau spezialisierten Statiker, erarbeitet. Die Struktur besteht aus einem Erdgeschoss aus Beton und vier Betonfertigteilkernen, in denen Aufzüge und Treppenhäuser untergebracht sind. Van Ardenne zufolge ist diese Wahl sowohl funktional als auch notwendig. “Im Erdgeschoss befinden sich die Pilotanlagen und Testküchen mit einer doppelten Höhe von etwa 8 Metern. Diese Räume dienen als Schaufenster für den Campus und zeigen buchstäblich, was im Gebäude passiert. Die darüber liegenden Etagen bestehen aus CLT-Böden und laminierten Holzstützen und -balken. Wo immer es möglich ist, bleiben die Holzbalken sichtbar, auch im Atrium und an den Fassaden.”

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Die Fassadenplatten aus recyceltem Kunststoff werden aus wiederverwendetem Granulat, unter anderem von Fensterrahmen, hergestellt und haben ein geschichtetes, fast schuppiges Aussehen.

Größeres Ökosystem

Die Grundrisse sind sehr flexibel. Die Mieter können für jedes Stockwerk das gewünschte Verhältnis von Labor zu Büro wählen. “Der Einbau der Installationen und die Einhaltung der minimalen, lichten Höhe für die Laborräume wurde durch die Verwendung von lokal integrierten Stahlträgern in den CLT-Böden ermöglicht. So müssen keine zusätzlichen hohen Deckenstärken oder höhere Geschossdecken realisiert werden.  

Das ist entscheidend für Labors mit vielen Luftkanälen”, sagt Van Ardenne. “Das zentrale Atrium verbindet alle Etagen und fungiert als soziales Herz. Plus Ultra III ist Teil eines größeren Ökosystems: Die Nutzer aller drei Plus Ultra-Gebäude teilen sich die Einrichtungen und treffen sich auf dem völlig verkehrsfreien Platz zwischen den Gebäuden, der in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Atelier Loos van Vliet als ‘Outdoor-Wohnzimmer’ gestaltet wurde.”

Fassadenplatten aus recyceltem Kunststoff

Innovation zeigt sich auch in der Fassade. “Zusammen mit dem Startup Pretty Plastic wurden Fassadenplatten aus recyceltem Kunststoff entwickelt. Die Fliesen, die unter anderem aus recyceltem Granulat von Fensterrahmen bestehen, haben ein geschichtetes, fast schuppiges Aussehen. Vier Farben, darunter drei Grüntöne und eine dezente rote Akzentfarbe, werden durch KI geschickt über die Fassade verteilt, um eine Häufung zu vermeiden”, erklärt Van Ardenne. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit konzentriert sich das Projekt auf BREEAM Excellent, Abtrennbarkeit und Flexibilität, eine KWK-Anlage, intelligente Sensoren für Belegung und Klima, Biodiversität und ein naturnahes Design. Die Technik ist durch Innenhöfe und durchgehende Fassaden auf dem Dach weitgehend unsichtbar.

Im November 2025 wurde Plus Ultra III fertiggestellt und die ersten Mieter sind eingezogen. Es handelt sich hauptsächlich um Unternehmen, die in den Bereichen Life Science, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit führend sind. Plus Ultra III beweist, dass auch ein technisch komplexes Laborgebäude zukunftssicher, flexibel und aus Holz gebaut sein kann. 

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