Ein besonderer Moment: Am 10. Dezember wurde das allererste modulare Holzbauprojekt in Schiphol eingeweiht: Stuurhut Tenderplein Schiphol. Der innovative Ruheraum für Busfahrer besteht vollständig aus runden Holzelementen, die sowohl abgenommen als auch wiederverwendet werden können. Ohne Abstriche beim Benutzerkomfort und der Akustik. Benthem Crouwel Naco war von der Anfangsphase an als Architekt an dem Projekt beteiligt. “Vom strukturellen Entwurf bis zum technischen Entwurf haben wir gemeinsam mit allen Partnern und Kollegen auf ein rundes Endergebnis hingearbeitet”, sagt Alina Heemstra, Senior Architect bei Benthem Crouwel Naco. “Nachhaltigkeit und Aussehen sowie Gebäude und Installationen sind perfekt aufeinander abgestimmt.”
Der neue Fahrerbereich wurde im Rahmen des VDR-Projekts (Fertigstellung des zweispurigen Systems) gebaut, das die Neugestaltung des bestehenden Busplatzes erforderte. Benthem Crouwel Naco (BCN) wurde mit dem Entwurf beauftragt. In jüngster Vergangenheit hat das Architektenteam auch die neue Schiphol-Passage entworfen, bei der bestehende Stahlkonstruktionen, Fenster, Türen, Sanitäranlagen, Küchen und LED-Beleuchtung ein nachhaltiges zweites Leben erhalten haben. Als Ergebnis erreichte der kreisförmige Hangarage einen BCI-Wert (Building Circularity Index) von 68 Prozent (wobei 80 Prozent das Maximum ist). Mit dem Stuurhut Tenderplein geht BCN noch einen Schritt weiter. Durch die intelligente Nutzung der vorhandenen Fundamentplatte des ehemaligen Buswartehäuschens und dank der Verwendung von Holzmodulen hat das Gebäude einen geringen CO2-Fußabdruck und einen beeindruckenden BCI-Wert von nicht weniger als 70 Prozent.

“Beim Entwurf des Stuurhut Tenderplein stand der hohe Nachhaltigkeitsanspruch im Vordergrund”, erklärt Heemstra. “Darüber hinaus hatte Schiphol ein umfangreiches Anforderungsprogramm aufgestellt, in dem ein robustes Gebäude und die Verwendung möglichst vieler biobasierter Materialien mit langer Lebensdauer, hohem Brandschutz, hohem Anti-Rutsch-Wert (Rutschfestigkeit) und hervorragender Reinigungsfähigkeit wichtige Ausgangspunkte waren.” Da der Ruheraum langfristig an einen anderen Ort verlegt werden könnte, wurden auch hohe Anforderungen an die Zerlegbarkeit und Wiederverwendbarkeit gestellt, sagt Alberte van Santen-Harmsen, Projektmanagerin bei Benthem Crouwel Naco. “Aus diesem Grund wurde zum Beispiel eine Modulbauweise in Betracht gezogen.”
“Da das Gebäude auch nach einem eventuellen Umzug noch jahrelang halten muss, kam der Containerbau nicht in Frage”, sagt Van Santen-Harmsen. “Stattdessen wurde eine hochwertige Modulbauweise mit dauerhafter Ästhetik und Wohnqualität gewählt.” Heemstra: “Damit liegen wir ganz auf einer Linie mit der Bauqualität des Amsterdamer Flughafens. In der neuen Ruhezone können die Menschen sehr komfortabel arbeiten und sich aufhalten, ohne Lärmbelästigung durch Bus- oder Flugverkehr.”


Der Stevedore Tenderplein besteht größtenteils aus biobasierten Materialien, wie zum Beispiel Holz. Als Beispiel nennt Heemstra die Module aus Cross-Laminated Timber (CLT), kombiniert mit den vorgefertigten Holzrahmenfassaden mit Zellulosedämmung. Das Holz findet sich auch in den Rahmen um die Fassade wieder, in die die Jalousien ästhetisch integriert sind. “Je nach Raumfunktion wurden offene, halbgeschlossene oder geschlossene Rahmenfüllungen gewählt, so dass ein phänomenaler Blick auf den Bussteig und Privatsphäre wunderbar miteinander harmonieren”, sagt sie. “Die Holzrahmen sind mit Aluminiumpaneelen durchsetzt, bei denen 70 Prozent recyceltes Aluminium verwendet wurde. Die Eloxierung des Aluminiums anstelle einer Beschichtung gewährleistet zudem eine hervorragende Recyclingfähigkeit für die Zukunft.”
Um die Abnehmbarkeit der Module auch von außen sichtbar zu machen, ist die Fassade aus einzelnen Elementen aufgebaut. “Das Design ist einfach, logisch und robust und erweckt den Eindruck der Busse, in denen die Fahrer jeden Tag fahren. Das bringt Form und Funktion gut zusammen.”