Rodruza ist seit mehr als dreihundert Jahren ein bekannter Name in der Ziegelindustrie. Was einst als traditioneller Familienbetrieb in Rossum begann, hat sich zu einem modernen Hersteller mit Niederlassungen in Rossum und Gendt entwickelt. Mit dieser jahrhundertealten Erfahrung als solide Grundlage hat Rodruza in den letzten Jahren einen klaren Kurs eingeschlagen: eine Zukunft, in der Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Innovation im Mittelpunkt stehen. Wir sprechen mit Susan de Vries, Managerin für Nachhaltigkeit und Qualität.
Die Bauindustrie befindet sich inmitten eines großen Wandels. Die Entwicklungen in den Bereichen Kreislaufbau, CO2Reduktion und biobasierte Materialien sind auf dem Vormarsch. Rodruza reagiert aktiv auf diese Entwicklung. “Wir konzentrieren uns zunehmend auf die Verwendung von Sekundärrohstoffen, die in den neuen Produkten von DC Bricks ein zweites Leben erhalten”, sagt De Vries. “Darüber hinaus suchen wir ständig nach Möglichkeiten, die CO2-Fußabdruck pro Ziegel zu verringern und energieeffizientere Produkte herzustellen. Ein wichtiges Instrument in dieser Hinsicht ist die Lebenszyklusanalyse (LCA), mit der die Umweltauswirkungen von Produkten berechnet werden. ”Wir wollen unseren Weg zur Nachhaltigkeit mit Daten untermauern, nicht mit unserem Bauchgefühl“, betont De Vries. ”So können wir gezielte Entscheidungen treffen, die wirklich zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen.“

Ein greifbares Beispiel für diesen nachhaltigen Kurs ist DC Bricks, ein Joint Venture zwischen Rodruza und Zilverschoon Randwijk. Während Zilverschoon für seine Handwerkskunst und Innovationskraft bekannt ist, bringt Rodruza seinen automatisierten Produktionsprozess ein. “Gemeinsam haben wir eine neue Generation von Vormauerziegeln entwickelt, die aus bis zu 60% Sekundärrohstoffen wie Granulat und Glasmehl besteht, kombiniert mit 40% Ton, um Farbe und technische Eigenschaften zu erhalten”, erklärt De Vries. Die Mischung ermöglicht einen effizienteren Produktionsprozess: weniger Trocknungszeit, niedrigere Ofentemperaturen und damit weniger Erdgasverbrauch. “Das Ergebnis ist ein Produkt, das die Umwelt deutlich weniger belastet als ein herkömmlicher Ziegel, ohne dabei Kompromisse bei Qualität oder Aussehen einzugehen.”
Nachhaltigkeit geht bei Rodruza über die Produktion hinaus. Durch den lokalen Tonabbau trägt das Unternehmen zum Naturschutz und zur Artenvielfalt bei. “Dieser Ansatz trägt nicht nur zur Verbesserung des Flusslaufs bei, sondern erhält auch den Kreislauf des erneuerbaren Flusstons aufrecht. Laut De Vries handelt es sich um eine oft unterbelichtete Form der nachhaltigen Ressourcennutzung. ”Die Langlebigkeit eines Verblendziegels ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil. Ein Ziegel kann Hunderte von Jahren halten. Das wird in den aktuellen Bestimmungsmethoden, wie z. B. im MKI (Umweltkostenindikator, Anm. d. Red.), nur unzureichend berücksichtigt. Und das ist eine Schande. Es ist wichtig, dass der MKI ein realistisches Bild abgibt, damit Bauprodukte fair verglichen werden können und somit das Investitionsbudget für langfristige Nachhaltigkeit nicht durch Hersteller wie Rodruza unter Druck gesetzt wird.“

Und diese nachhaltigen Ambitionen sind in guter Verfassung. Rodruza ist zum Beispiel Teil von Brick Valley, einem Zusammenschluss von vier Ziegelherstellern in der Region. “Unser gemeinsames Ziel ist es, eine gemeinsame nachhaltige und zukunftssichere Energieversorgung zu realisieren, die es ermöglicht, Pflaster- und Verblendziegel langfristig völlig klimaneutral zu produzieren. Dies werden wir unter anderem durch Wissensaustausch über Elektrifizierung, Wasserstoffnutzung und Prozessoptimierung erreichen. In der Zwischenzeit unternehmen wir bereits Schritte, um unsere CO2-Fußabdruck, mit DC Bricks als greifbarem Beispiel”. Das Produkt wurde während der niederländischen Woche des Grünen Bauens mehr als 140 (potenziellen) Kunden, Mitarbeitern und Partnern stolz präsentiert. “Die Reaktionen waren überwältigend positiv, ein Beweis dafür, dass die Kombination aus Tradition und Innovation der richtige Weg ist.”