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Sicherer Fertigteilbau beginnt auf dem Reißbrett
Gesetze und Vorschriften über Hubbereiche, Arbeitshöhen und Absturzsicherungen können den Fertigteilbau einschränken.

Sicheres Bauen in Fertigbauweise beginnt auf dem Reißbrett

Denken statt Denken

Vorgefertigtes Bauen liegt im Trend, nur wird es nicht immer sicher gemacht. Das Rad wird regelmäßig neu erfunden, und zwar oft in letzter Minute, unter Verwendung traditioneller Methoden und vorhandener Ressourcen. Dies führt nicht immer zu mehr Sicherheit. Den Experten von Aboma zufolge beginnt der sichere Fertigbau bereits auf dem Reißbrett.

Fertigteilbau ist ein weit gefasster Begriff: von kompletten modularen Einheiten bis hin zu Betonbodenelementen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Es geht darum, etwas anderswo zu produzieren oder zu montieren und es auf der Baustelle zusammenzusetzen. “Die Risiken sind oft ähnlich: Quetschgefahr, Sturzgefahr, herabfallende Elemente und Unterschätzung des Gewichts”, sagt Remco van Noordenne, Senior Consultant bei Aboma. “Vorgefertigte Elemente erfordern zum Beispiel spezielle Hebevorrichtungen und Sicherheitsvorrichtungen. Dennoch hält die Industrie oft an traditionellen Methoden fest, selbst wenn neue Techniken wie Manipulatoren und automatische Haken verfügbar sind.” 

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Die Kernaussage ist klar: Sicherheit im Fertigteilbau beginnt mit Voraussicht.

Sicherheitseinrichtungen

Sicheres Bauen beginnt bereits in der Planungsphase. “Je früher im Prozess die Sicherheit berücksichtigt wird, desto größer sind die Auswirkungen”, argumentiert Duco Opdam, Berater bei Aboma. “Wenn Sicherheitsaspekte erst in einem späten Stadium berücksichtigt werden, ist es oft schwierig, sie noch wirksam oder kosteneffizient umzusetzen. Doch dies geschieht heute oft auf Projektbasis oder im Nachhinein, anstatt strukturell auf Unternehmens- oder Branchenebene.” Van Noordenne fügt hinzu: “Die Unternehmen schauen sich dabei gegenseitig an: Was macht mein Konkurrent? Anstatt selbst aktiv Sicherheitsvorrichtungen und Montageverfahren zu entwickeln, warten sie oft darauf, dass andere es ausprobieren. Dadurch werden Verbesserungen verzögert und bekannte Risiken bleiben bestehen. Wir finden es zum Beispiel ganz normal, unbemannte Fundamente für Windkraftanlagen auf See zu bauen, aber wenn wir vor Ort einen Boden in drei Metern Höhe verlegen müssen, wären wir trotzdem lieber vor Ort.”

Rechtliche Rahmenbedingungen

Nach Ansicht von Opdam können Fertigteilkonstruktionen nicht einfach in jeder Umgebung eingesetzt werden. “Gesetze und Vorschriften zu Hubbereichen, Arbeitshöhen und Absturzsicherungen können Einschränkungen mit sich bringen”, sagt er. Wenn es in den Rahmen passt, dann besagt die Arbeitshygienestrategie, dass Absturzgefahren vermieden werden, sagt Allard Schonewille, Berater bei Aboma. “Der Ausgangspunkt ist eine kollektive Einrichtung, in der ein Sturz physisch nicht möglich ist, und nicht die Arbeit an der Leine, die immer noch Risiken birgt. Wenn an der Leine gearbeitet wird, ist eine angemessene Unterweisung und Überwachung erforderlich, damit die Mittel richtig eingesetzt werden. Eine wichtige Frage ist: Wie haben Sie die Arbeit im Voraus geplant und führen Sie sie wie geplant aus? Dabei geht es nicht nur um die Sicherheit des Personals, sondern auch um den Schutz umstehender Personen. Wenn zum Beispiel Module oder Elemente in einem Wohngebiet gehoben werden, braucht man Platz für Lastwagen und Kräne, und es muss vermieden werden, dass die Umgebung gefährdet wird.”

Jede Baustelle und jedes Projekt erfordert eine Überlegung: Passt der Fertigteilbau hierher, und wenn ja, welche Sicherheitsvorkehrungen sind erforderlich? “Die Kernaussage ist klar: Sicherheit im Fertigteilbau beginnt mit Voraussicht. Nicht erst dann zu reagieren oder zu improvisieren, wenn bei der Ausführung etwas schief zu gehen droht, sondern bereits beim ersten Entwurf auf Montagemethoden, Ressourcen, Umwelt und Menschen zu achten. Nur so können wir die Schnelligkeit der Fertigbauweise mit der Sicherheit verbinden, die im Bauwesen unverzichtbar ist”, so Opdam abschließend.   

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