Das ehemalige Aurora-Bürogebäude an der Amsterdamer Stadhouderskade und am Overtoom wird in großem Umfang umgebaut und renoviert. Der Denkmalwert bleibt erhalten und das Gebäude wird auf der Rückseite erweitert. Van Wijnen Amsterdam ist von Anfang an als Bauunternehmer beteiligt.
Laut dem Projektleiter von Renovation & Transformation, Sander Kokmeijer, begann die Zusammenarbeit schon früh. “Wir wurden sofort in den Entwurf einbezogen. Das gab uns die Möglichkeit, gemeinsam architektonische und strukturelle Entscheidungen zu treffen.”

Die Tatsache, dass das Gebäude unter Denkmalschutz steht, hatte direkte Auswirkungen auf die Renovierung. Ursprünglich war geplant, die gesamten Fassadenrahmen in Angriff zu nehmen, aber sie wurden unter Denkmalschutz gestellt. “Wir durften die Fensterrahmen ersetzen, aber das Gitter und die Betonoptik mussten so bleiben, wie sie waren”, sagt Kokmeijer. Auch das Haupttreppenhaus ist monumental. Das erforderte besondere Aufmerksamkeit bei den Arbeiten. “Die Natursteintreppe, das Geländer und die Balustraden: Wir mussten das Treppenhaus vollständig schützen”, sagt er.”
Die größte Herausforderung liegt in der Konstruktion. Das Gebäude besteht aus zwei Teilen aus unterschiedlichen Bauzeiten. Von einem Teil fehlen sogar Archivunterlagen. “Der Statiker musste ohne klare Annahmen rechnen. Aussparungen in Böden, Wänden oder Stützen zu bohren, ist dann fast unmöglich, aber manchmal muss es trotzdem gemacht werden. Das war eine große Herausforderung.” Hinzu kommt, dass im hinteren Bereich ein dritter Bauabschnitt hinzukommt. Neue Strukturen kommen auf bestehende Strukturen, von denen nicht alle Details bekannt sind. Auch auf der Baustelle selbst ist es eng. Die Straßenbahnkabel sind buchstäblich mit dem Gebäude verbunden, so dass die Ver- und Entsorgungswege straff geführt werden müssen.

Um die Risiken zu minimieren, wurde das Grundstück mehrmals in 3D gescannt. “Gleich zu Beginn und erneut während des Abbruchs. Unser Ingenieur Jacco Boer hat alle Teile in einem Modell ausgearbeitet. Dafür hat er viel Zeit investiert, mit dem Ergebnis: Alles passt auf den Millimeter genau. So vermeidet man Probleme bei der Ausführung.”
Der Ansatz zahlt sich aus. Drei Führungskräfte und drei Arbeitsvorbereiter arbeiten täglich mit dem Modell. “Sie erhalten Daten aus dem Modell und sehen sofort, was passiert. Das hilft enorm bei der Ausführung.” Bei diesem Projekt wurden etwa 60-70 % der Arbeiten in 3D modelliert. “Man sieht, dass die Engpässe auch in Dingen liegen, die wir nicht modelliert haben, in diesem Fall die Installationen. Das will man in Zukunft mit einbeziehen”. Hier liegt laut Kokmeijer auch die wichtigste Lektion für andere innerstädtische Sanierungen. “Bei Neubauten arbeiten wir immer mit 3D- und BIM-Modellen. Bei großen, komplexen Sanierungen dieser Art profitiert man davon ebenfalls sehr. Die intensive Vorbereitung zahlt sich auf der Baustelle aus.”