Die ehemalige Seeschule in Leiden erhält eine neue Zukunft. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude am Noordeinde, das 1878 als Ausbildungsstätte für Seeoffiziere erbaut wurde, wurde unter der Leitung des Generalunternehmers Van Wijnen Haarlemmermeer zu einem zeitgemäßen Bildungsgebäude umgebaut. Damit ist das Projekt ein anschauliches Beispiel dafür, wie denkmalgeschütztes Erbe und moderne Bautechnik in einer zukunftsfähigen Lernumgebung zusammenkommen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1855 hat die Leidener Seefahrtschule verschiedene Funktionen erfüllt. Das Gebäude begann als Ausbildungsstätte und Internat für angehende Seeoffiziere und beherbergte in den folgenden Jahrzehnten unter anderem die deutsche Wehrmacht, den Minenräumdienst und den Sozialmedizinischen Dienst der Königlichen Marine. In den letzten zwanzig Jahren diente das denkmalgeschützte Gebäude als Anwaltskanzlei. Mit der derzeitigen Umgestaltung zu einem Bildungsgebäude kehrt es zu seiner ursprünglichen gesellschaftlichen Funktion zurück: einem Ort für Bildung und Entwicklung. Im Auftrag von Leithon Vastgoed BV führte Van Wijnen die bautechnischen Arbeiten, konstruktiven Anpassungen und elektrotechnischen Installationen durch, einschließlich Einbruchmelde- und Brandmeldeanlage.

“Der Stein für dieses Projekt wurde von der Bauleitung Spect ins Rollen gebracht, zu der wir eine enge Beziehung pflegen”, erzählt Job Boekhout, Arbeitsvorbereiter für Renovierung und Umbau bei Van Wijnen Haarlemmermeer. “Die Renovierung zielt auf die Modernisierung des Innenraums ab, wobei der Denkmalwert erhalten bleibt und das Design von Architektenbüro Marcel van Dijk sowie der Innenarchitektin Studio Daphne Jansen umgesetzt wird. In der Vorbereitungsphase haben wir im Rahmen einer bauteamähnlichen Zusammenarbeit den Entwurf begutachtet und Empfehlungen ausgesprochen, beispielsweise zum Ausgleichen der Fußböden und zum Einsatz von Glasinnenwänden. Anschließend haben wir im Herbst 2025 mit der Ausführung begonnen.”
In drei Viertel Jahren wurde das Gebäude unter Wahrung seines denkmalgeschützten Charakters vollständig modernisiert. “Das Gebäude wurde innen komplett entkernt, wobei alle nicht denkmalgeschützten Elemente entfernt wurden. Anschließend haben wir neue Raumaufteilungen vorgenommen”, so Boekhout. “Wir haben neue HSB- und Metallständerwände sowie Faserzementplattenböden mit Ausgleichskörnung verlegt, wobei wir besonders auf eine gute Schalldämmung und akustischen Komfort geachtet haben. Zudem haben wir neue verdeckte (durchhängende) Systemdecken realisiert.” Besonders bemerkenswert ist, dass die Handwerker von Van Wijnen beim Einbau dieser Decken auf die Namen der ehemaligen Zimmerleute stießen, die die Decken damals gefertigt hatten.
Im gesamten Gebäude wurden neue Innentüren aus Eichenholz mit historischen Türrahmen eingebaut. Darüber hinaus hat Van Wijnen ein umfangreiches Elektroinstallationspaket installiert. “An einigen Stellen wurden bauliche Anpassungen vorgenommen, beispielsweise am Dach”, erklärt Boekhout. “Außerdem wurde der Technikraum erweitert, damit die modernen Anlagen ordentlich und unsichtbar untergebracht werden konnten. Dadurch verbinden sich moderne Nutzqualität und denkmalpflegerische Werte auf schöne Weise.”

In den Fassaden wurde das Einfachglas durch denkmalgerechtes Isolierglas ersetzt. “Außerdem wurden die Anstriche, der Naturstein und das Fassadenmauerwerk restauriert, um die bestehenden Fassaden zu stabilisieren und für die Zukunft zu erhalten”, so Boekhout. “Schöne Blickfänge sind hier die an die Seefahrt angelehnten Elemente und der Verweis auf Prinz Hendrik, den Ehemann von Königin Wilhelmina, der als Schirmherr der niederländischen Seefahrt und Schifffahrt bekannt war.”
Auch das denkmalgeschützte Treppenhaus ist erhalten geblieben, mit Ausnahme des obersten Stockwerks. “Hier durften wir die denkmalgeschützte Laufbrücke anpassen, um den heutigen Komfortanforderungen gerecht zu werden. Besonders hervorzuheben ist schließlich die Gewölbedecke im Erdgeschoss, die wir vollständig restauriert haben und die in der neuen Bibliothek sichtbar bleibt.”