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Gütezeichen erweitert: Sicherheit wird zum Vollbestandteil
Henk Zoontjens, Direktor der VMRG. (Bild: Kees van der Meer)

Gütesiegel wird erweitert: Sicherheit wird vollwertiger Bestandteil

‘Ein sicheres Arbeitsumfeld ist für alle Beteiligten viel angenehmer.’

Das VMRG-Gütezeichen, das seit vielen Jahren für eine unabhängige Überwachung der Produktion und Montage von Metallfassaden steht, wird um eine neue und wichtige Komponente erweitert: die Sicherheit. Damit macht die Branchenorganisation den nächsten Schritt in ihrem Bestreben, nicht nur Qualität zu garantieren, sondern auch dafür zu sorgen, dass jeder jeden Tag sicher arbeiten und gesund nach Hause kommen kann. “In Zukunft werden auch Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft einen festen Platz im Gütesiegel haben”, verrät Henk Zoontjens, Direktor der VMRG, in einem exklusiven Interview mit Stedenbouw.

Sicherheit ist kein isoliertes Thema mehr im Bauwesen. “Trotz bestehender Vorschriften ereignen sich immer noch viele Unfälle auf Baustellen und in Fabriken”, stellt Zoontjens fest. “Eine Mindeststufe 3 auf der Sicherheitsleiter wird daher immer häufiger in Ausschreibungen gefordert und ist ab dem 1. Juli 2026 sogar Pflicht. Als VMRG schließen wir uns dem bewusst an, indem wir unsere Mitgliedsunternehmen ermutigen, der Sicherheit mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn was nützt eine hohe Qualität, wenn es im Gegenzug zu unsicheren Situationen und Unfällen kommt?”

Gütesiegel wird erweitert: Sicherheit wird voll Teil 1
VMRG-Inspirationsnachmittag Sicherheit.

ViA-Anforderung

Die Sicherheit von Gebäuden, wie z.B. Festigkeit, Brandschutz, Fluchtwege und Einbruchsicherheit, wird in der Bauverordnung für das Wohnumfeld (Bbl) garantiert. “Das ist aber nur ein Aspekt des Themas Sicherheit”, argumentiert Zoontjes. Der VMRG wird von seinen Mitgliedern verlangen, dass sie auch nachweislich an einem sicheren Arbeitsumfeld arbeiten. “Wir verpflichten uns zur ViA-Forderung (Sicherheit in der Ausschreibung) und werden unsere großen Mitgliedsunternehmen auffordern, kurzfristig mindestens Stufe 3 auf der Sicherheitsleiter zu erreichen, was viele große Unternehmen bereits getan haben. Für mittlere und kleinere Unternehmen wird es eine stufenweise Einführung geben, mit genügend Zeit und Anleitung, um sich in diesem Bereich zu entwickeln.”

Kulturwandel

Diese Anleitung ist wichtig, betont Zoontjens. “Die Einführung von Sicherheit ist keine Frage des Ankreuzens eines Kästchens, sondern erfordert einen Kulturwandel. Vor allem in kleineren Unternehmen, in denen der Geschäftsführer oft mehrere Funktionen innehat, braucht dies Zeit”. Aus diesem Grund können diese Unternehmen eine Selbstbewertung durchführen, bei der Fragebögen für die Geschäftsleitung und die Mitarbeiter sowie Leitlinien über das NEN-Webtool verwendet werden. Hier kann die VMRG Unterstützung bieten. Letztendlich wird die Zertifizierung durch eine unabhängige, akkreditierte Stelle folgen. Als Punkt am Horizont sagt Zoontjens, dass Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft ebenfalls Teil des Gütesiegels sind. ”Das wird derzeit durch die Stiftung Circular Facade Economy, in der die VMRG vertreten ist, weiter konkretisiert, die gerade dabei ist, eine NTA zu erarbeiten. Im Laufe des Jahres 2027 wird auch diese in das VMRG-Gütesiegel aufgenommen werden.“

Registrierung von Unfällen

Laut Zoontjens ist ein wichtiger Teil des Ansatzes das Lernen voneinander. “In der Sicherheitsgemeinschaft der VMRG treffen sich inzwischen 15 Unternehmen, um Erfahrungen auszutauschen, (Beinahe-)Unfälle zu diskutieren und gemeinsam Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Durch die zentrale Erfassung und Analyse von Unfällen können wir als Branche gezielte Maßnahmen umsetzen, zum Beispiel in Bezug auf häufige Risiken wie Schnittverletzungen bei der Glasbearbeitung. Dieser gemeinsame Ansatz hilft den Unternehmen nicht nur bei der Einhaltung von Stufe 3, sondern schafft auch die Grundlage für den Aufstieg zu Stufe 4: ein wirklich proaktives Sicherheitsmanagement.”

Indem die VMRG die Sicherheit zum Bestandteil des Gütezeichens macht, zeigt sie, dass das Gütezeichen mehr ist als nur ein Gesetz. “Unsere Anforderungen sind oft höher als die der Bauverordnung und entsprechen den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt. Das ist auch der Mehrwert für Bauherren, VvEs und Qualitätssicherungsunternehmen: Wer sich für ein VMRG-Mitglied entscheidet, entscheidet sich nicht nur für Sicherheit, sondern auch für Qualität. Und wir hören schon, wie Sie denken: noch eine zusätzliche Zertifizierung, also noch zusätzliche Kosten. Aber glauben Sie mir, Sie werden sie mehr als einmal durch weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten und weniger Verletzungen zurückverdienen. Und eine sichere Arbeitsumgebung ist auch einfach viel angenehmer für alle.” 

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