Im Aufzug eingeklemmt. Was nun? Oft geraten die eingeschlossenen Personen in Panik und alarmieren sofort die Feuerwehr. In vielen Fällen lassen sich diese Personen jedoch problemlos befreien, sodass die Situation für die Feuerwehr weniger dringlich wird. Aber wer ist dazu befugt? Jeder, der bei Aboma die Schulung ‘Befreiung von Personen aus Aufzugsanlagen’ absolviert hat. Unverzichtbar für Hausmeister, Concierges, Mitglieder von Eigentümergemeinschaften, Mitarbeiter technischer Dienste, Ersthelfer usw.
Ein Aufzug, der stehen bleibt, kommt regelmäßig vor. “Die Ursachen für eine Einschließung sind sehr unterschiedlich”, weiß Ton van Heeren, Inspektor bei Aboma. “Dazu gehören Verschleiß an Bauteilen, elektrische Störungen im Stromkreis oder ein falsches Signal in der Steuerung. Auch Vandalismus spielt manchmal eine Rolle. So kann beispielsweise das Herumspringen in einer Aufzugskabine zu Schwankungen führen, wodurch Sicherheitssysteme wie die Fangvorrichtung aktiviert werden und der Aufzug zum Stillstand kommt.”

Das Erste, was eingeschlossene Personen tun, ist, aus Panik die Rettungsdienste zu alarmieren. “Obwohl Wartungsfirmen oft rechtzeitig vor Ort sein können, zeigt sich in der Praxis, dass eine geringe Technikerabdeckung regelmäßig zu langen Anfahrtszeiten führt und akzeptable Reaktionszeiten nicht eingehalten werden”, sagt Heeren. “Um den Druck auf die Rettungsdienste zu verringern und Paniksituationen zu vermeiden, bieten wir gezielte Schulungen zur Befreiung von Personen aus Aufzügen an. Unüberlegtes oder eigenmächtiges Handeln ohne Fachkenntnisse kann nämlich zu gefährlichen Situationen sowohl für die Rettungskräfte als auch für die eingeschlossenen Personen führen. Diese Schulungen finden daher vorzugsweise vor Ort statt, damit die Teilnehmer mit den spezifischen Aufzugsanlagen arbeiten können, denen sie in der Praxis begegnen.”
Die Schulung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. “Im theoretischen Teil wird erklärt, wie Aufzüge funktionieren und welche Sicherheitsvorrichtungen vorhanden sind”, berichtet Martijn Barreveld, Aufzugsinspektor bei Aboma. “Dabei wird zwischen hydraulischen Aufzügen und Seilaufzügen unterschieden. Hydraulikaufzüge arbeiten mit Öldruck, der einen Zylinder antreibt, während Seilaufzüge Stahlseile und ein Gegengewicht nutzen. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmer, wie sie einen Aufzug sicher bewegen und Personen befreien können. Dabei wird beispielsweise das exakte Positionieren der Aufzugskabine auf Höhe einer Etage und das Öffnen der Türen geübt. Außerdem werden verschiedene Methoden zum Bewegen des Aufzugs behandelt, wie beispielsweise das elektrische und das manuelle Bewegen bei Stromausfall.”
Das Ziel der Schulung ist es, die Sicherheit zu gewährleisten, versichert Barreveld. “Die Teilnehmer lernen nicht nur, was sie tun müssen, sondern vor allem auch, was sie nicht tun dürfen.” Die Schulungen richten sich an eine breite Zielgruppe. “Ein technischer Hintergrund ist nicht erforderlich, aber ein gewisses technisches Verständnis ist wünschenswert”, sagt Heeren. “Geschulte Personen entlasten die Rettungsdienste, indem sie Einsperrungen schneller und sicherer beheben.”