Der Fertigteilbau ist auf dem Vormarsch - und zwar schnell. Wo früher Zimmerleute und Ausbauspezialisten wochenlang auf der Baustelle arbeiteten, entsteht jetzt ein kompakter und kontrollierter Prozess in der Fabrik. Zwei nordholländische Unternehmen, Zicht Bouw und IBS Afbouw, haben in diesem Spielfeld zueinander gefunden. Seit September 2024 arbeiten sie gemeinsam an kleinen Fertighausprojekten und haben mit 35 gemeinsamen Aufträgen bereits den Ton angegeben.
Zicht Bouw und das Schwesterunternehmen Zicht Dakopbouw konzentrieren sich ganz auf vorgefertigte Anbauten, Aufbauten und Gauben. Das Prinzip ist klar, sagt Mitinhaber Sybren de Vries: “Vorgefertigt bedeutet Kontrolle, Schnelligkeit und weniger Unannehmlichkeiten. Wir können komplette Elemente in unserem Lager vorbereiten und montieren. Keine langen Baustellenaktivitäten, keine Abhängigkeit vom Wetter. Mit einem Brückenkran bringen wir die Elemente in einem Zug an ihren Platz. Das ist effizient und besser für unsere Mitarbeiter.”

In der 1.100 m² großen Produktionsstätte in Zwaag werden die HSB-Rahmen auf einer Fertigungsstraße montiert. Zicht Bouw konzentriert sich auf die Tischlerei. Installationen, Verputzarbeiten und Malerarbeiten werden an spezialisierte Partner vergeben. Einer dieser spezialisierten Partner ist IBS Afbouw, der seit letztem Jahr teilweise für die Fassadendämmung und -veredelung zuständig ist. De Vries. “Was die Verkleidung angeht, ist fast alles möglich. Wenn es sich um Steinstreifen oder Zierputz handelt, sorgt IBS Afbouw für die Montage in unserem Lager. Alle anderen Verkleidungsarbeiten führen wir selbst mit unseren eigenen Mitarbeitern aus. Seit unserer Gründung haben wir bereits Dutzende von Projekten gemeinsam realisiert.”
Für IBS Afbouw ist die Partnerschaft eine wertvolle Ergänzung zu ihrer bisherigen Arbeit. Marc Veenstra, Inhaber von IBS: “Wir führen viele projektbezogene Renovierungsaufträge aus. Die kleineren Fertighausaufträge von Zicht Bouw passen perfekt dazwischen, wenn es um die Planung geht. Außerdem entspricht die Fertigbauweise voll und ganz der Zukunft des Bauens: schneller, sauberer und mit weniger Arbeitsschritten vor Ort. Im Fassadenbau arbeitet IBS ausschließlich mit A-Marken. ”Das gilt für große Unternehmensprojekte, aber genauso für einen einzelnen Anbau“, erklärt Veenstra. ”Bei Zicht Bouw verwenden wir Sto-EPS-Platten, die mit Sto Coll Mineral HP - einem feuerfesten Klebemörtel speziell für Holzuntergründe - verklebt werden. Darauf folgen Steinstreifen, Dekorputz oder andere Abschlüsse. Sie können sehen, dass dies einem vorgefertigten Element das Aussehen einer ganz traditionellen Fassade verleiht.“
Die Zusammenarbeit macht Lust auf mehr. “Fertigteile sind nicht nur effizient, sondern bieten auch die Möglichkeit, Teile des Bauprozesses zu industrialisieren”, so Veenstra weiter. “Wir arbeiten derzeit an Plänen für eine eigene, teilweise robotisierte Produktionslinie für vorgefertigte HSB-Fassadenelemente. Unser Ziel ist es auch, ab dem nächsten Jahr selbst kleine Fertigteile zu liefern. Das passt perfekt zu der Arbeit, die wir schon seit Jahren machen, und zu kleinen Projekten wie dem für Zicht Bouw”. Zicht Bouw und IBS Afbouw ergänzen sich mit ihrem gemeinsamen Fokus auf Qualität, Schnelligkeit und intelligente Baumethoden perfekt. Ihre Zusammenarbeit zeigt, wie die Fertigbauweise bei kleinen Bauprojekten an Bedeutung gewinnt: industriell, wo es möglich ist, flexibel, wo es notwendig ist. Für beide Unternehmen ist dies kein vorübergehendes Projekt, sondern ein strategischer Schritt nach vorn. Und wie De Vries es ausdrückt: “Wenn man aufeinander aufbauen kann, ist die Fertigbauweise erst richtig stark.”