Mehr als 30 Jahre nach der Eröffnung von Palast Het Loo als Museum wird der Palast derzeit umfassend renoviert und umgebaut. Die Arbeiten sind in mehrere Lose unterteilt. BAM Bouw en Techniek - Integrale Projecten Oost ist verantwortlich für die Erneuerung und Renovierung der Eingangspavillons, des Ost- und Westflügels und des Bürogebäudes von Palace Het Loo, einschließlich der Installation von 12 neuen Aufzügen. Außerdem wird sie die unterirdische Erweiterung von über 5.000 m² nach einem Entwurf von KAAN Architects realisieren. Diese letzte Phase wird im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein. "Mit der Erweiterung wird mehr Platz für Wechselausstellungen und öffentliche Einrichtungen geschaffen", so Bauleiter Marko Zwiers und Projektleiter Thijs Schlief von BAM Bouw en Techniek. "Dadurch kann die umfangreiche Sammlung den Besuchern noch besser präsentiert werden."

Die unterirdische Erweiterung befindet sich unter dem Bassecour (dem Vorplatz), sagt Zwiers. "Hier haben wir ein Untergeschoss mit zwei Stockwerken auf der Vorderseite und einem Stockwerk auf der Palastseite gebaut, das große Museumsräume beherbergen wird. Vom Bassecour werden die Besucher bald zu den Eckpavillons laufen. Über großzügige Treppen und Aufzüge gelangen sie dann in einen hellen, unterirdischen Eingangsbereich mit Ticket- und Informationsschalter, Museumsshop, Garderobe und Toiletten. Durch eine zentrale Halle gelangen sie in den Palast sowie in die Museumsräume mit Wechselausstellungen und das 1.245 m² große House of Orange, das eine ständige Sammlung der königlichen Familie beherbergen wird und einen unauffälligen Zugang zum renovierten Ostflügel bietet. Der Westflügel ist auch über den westlichen Eckpavillon zugänglich, in dem ein spezieller Bereich für Kinder eingerichtet wurde: der Junior Palace".

Die Arbeiten für BAM Bouw en Techniek begannen im Juni 2019 mit dem Kranpfeiler für den Turmkran. "Für die Realisierung der unterirdischen Erweiterung stand uns eine temporäre Baugrube zur Verfügung", sagt Zwiers. "In diese Konstruktion aus Unterwasserbeton- und Mörtelwänden haben wir eine Ausgleichs- und Dämmschicht aus Schaumbeton eingebracht. Anschließend haben wir eine fast 100 cm dicke Betonsohle gegossen, die mit fast 500 Zugankern im Untergrund verankert wurde." Wegen des begrenzten Platzes wurden sowohl Wände mit doppelseitiger Schalung als auch einseitige Wände verwendet, sagt er. "Die Schalung für die einhäuptigen Wände wurde etwa einen Meter von der provisorischen Konstruktion entfernt aufgestellt, und dann wurde der Beton gegossen." Bei 90% besteht die Struktur aus Ortbeton, sagt Schlief. "Lediglich für das Deck wurde eine Stahlkonstruktion in Kombination mit breiten Plattenböden gewählt. Naturstein, Eichenholz und polierte Edelstahlgeländer geben dem Ganzen ein sehr hochwertiges Finish."

Auf dem Deck ist eine große Glasfläche geplant, an der Stelle der ehemaligen Rasenparterres. "Auf dieser Glasfläche fließt eine dünne Wasserschicht als Teil eines neuen Schlossteichs auf dem Bassecour", sagt Schlief. "Durch die Kombination von Glas und Wasser entsteht ein besonderer Lichteinfall im unterirdischen Bereich." An der Stirnseite wurden mehrere Lichtschlitze angebracht, während in den Museumsräumen eine künstliche Beleuchtung für die richtige Ausleuchtung sorgt.

Der Ost- und der Westflügel wurden bis auf den Rohbau entkernt. Auch mehrere alte Bodenfelder und Wände wurden entfernt. Um Erschütterungen und Schäden an den denkmalgeschützten Gebäudeteilen zu vermeiden, seien die Arbeitsmethoden im Vorfeld genau abgestimmt worden, sagt Zwiers. "Außerdem wurden die Abbrucharbeiten größtenteils in Handarbeit durchgeführt." Äußerlich behielten die Flügel ihr gewohntes Erscheinungsbild bei, sagt er. "Die bestehenden Strukturen wurden teilweise erneuert und beschwert, um eine höhere Nutzerbelastung zu ermöglichen. Auch die Anordnung der beiden Pavillons wurde verändert." Schlief: "Eine Besonderheit ist, dass die Baugrube der unterirdischen Erweiterung unter beiden Flügeln verlängert wurde. Die größte Veränderung fand im Ostflügel statt, da dieser über rund 25 Meter direkt an die unterirdische Erweiterung anschließt. Im Flügel wurde ein Provisorium erstellt, danach wurde der Flügel aufgebockt und wir konnten den neuen Kellerbau realisieren. Die Besucher dieses Gebäudeteils können nun vom neuen Kellergeschoss bei -2 bis zum Dach sehen." Sowohl der Ost- als auch der Westflügel erhielten eine komplett neue Innenraumgestaltung unter Berücksichtigung optimaler Sichtachsen. Wo immer es möglich war, wurden die vorhandenen Holzböden beibehalten und für die alten Fenster wurden Vorfenster eingebaut. Auch alle Außenwände wurden entsprechend den heutigen Anforderungen gedämmt. Das Ergebnis ist, dass optimaler Besucherkomfort und die reiche Geschichte von Schloss Het Loo perfekt zusammenpassen.