Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2015 leben immer mehr ältere Menschen auch im hohen Alter selbstständig. Das trägt zur Selbstständigkeit und Lebensqualität bei, bringt aber auch eine neue Realität mit sich: Selbstständiges Wohnen erfordert ein Wohnumfeld, das sicher für körperliche Einschränkungen ausgestattet ist. Und genau hier ergibt sich ein wachsendes Spannungsfeld.
Der Anstieg der Zahl älterer Menschen, die unabhängig leben, ist deutlich sichtbar. Auch die über 85-Jährigen bleiben immer häufiger zu Hause. Gleichzeitig scheint sich ihr Pflegebedarf und der Grad ihrer Selbstständigkeit nicht wesentlich verändert zu haben. Daraus ergibt sich eine wichtige Schlussfolgerung: Unabhängig leben ist nicht dasselbe wie sicher leben. Die Wohnung selbst spielt dabei eine entscheidende Rolle. Ohne Anpassungen kann die häusliche Situation tatsächlich zu einem Ort werden, an dem sich Risiken anhäufen (RIVM, 2026).
Einschränkungen sind keine Ausnahme, sondern ein wachsender Teil des Alterns. Auffällig ist dabei, dass diese Einschränkungen innerhalb der Gesellschaft ungleich verteilt sind.
Von Forschung zeigt, dass Beeinträchtigungen bei älteren Menschen häufiger vorkommen:
Damit ist das Thema weiter gefasst als nur die Gesundheit. Es geht auch um den Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten zur Anpassung des Lebensumfelds (RIVM, 2025).
Darüber hinaus wurde eine weitere Forschung sehen, dass bei den Mobilitätseinschränkungen deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht festzustellen sind:
Diese Zahlen zeigen, dass das Risiko einer Behinderung nicht zufällig, sondern auch in gewisser Weise vorhersehbar ist (Public Health and Care, 2025).

Obwohl viele ältere Menschen länger zu Hause leben, zeigt die Forschung, dass es wichtig ist, die Sicherheit des Wohnumfelds aktiv zu bewerten. Konkret bedeutet dies, dass nicht nur die Pflege, sondern auch die Wohnung selbst in den Blick genommen werden muss. Veränderungen in der Wohnung, wie die Verbesserung der Zugänglichkeit, können sich direkt auf die Sturzprävention auswirken (RIVM, 2026).
Hier entsteht ein deutliches Spannungsfeld. Auf der einen Seite: eine Gruppe älterer Menschen mit einem erhöhten Risiko von Mobilitätsproblemen. Auf der anderen Seite hat gerade diese Gruppe oft weniger finanziellen Spielraum, um ihre Wohnungen anzupassen. Dies wirft eine grundlegende Frage auf: Inwieweit kann vom Einzelnen erwartet werden, dass er selbst in die Anpassung seiner Wohnung investiert, wenn die Risiken mit Faktoren wie Einkommen und Gesundheit zusammenhängen? Die Frage der Sturzprävention und der Wohnungsanpassung betrifft mehrere Parteien.
Über kommunale Programme ist eine Unterstützung für Wohnungsanpassungen möglich. Gleichzeitig hängt diese Unterstützung von der individuellen Situation und den verfügbaren Ressourcen ab
Ein großer Teil der älteren Menschen lebt unabhängig. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass Mobilitätseinschränkungen bei finanziell schwachen Gruppen häufiger vorkommen (RIVM, 2025). Dies macht die Rolle der Wohnungsbaugesellschaften wichtiger denn je. Inwieweit werden bei der Wohnungsverwaltung und -entwicklung Bewohner mit Mobilitätseinschränkungen strukturell berücksichtigt?
Auch wenn Eigenverantwortung eine Rolle spielt, ist sie in der Praxis nicht immer durchführbar. Insbesondere wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind, werden Investitionen in Wohnungsanpassungen zu einer Herausforderung. Gleichzeitig nimmt der Druck auf die Pflege zu, unter anderem wegen des Personalmangels. Gerade deshalb wird es immer wichtiger, länger sicher zu Hause leben zu können, nicht nur für den Bewohner selbst, sondern auch als Möglichkeit, die Belastung der Pflege zu verringern.
Obwohl es sich um ein komplexes Problem handelt, gibt es Richtungen, in denen nach Lösungen gesucht werden kann.
Ein wichtiger erster Schritt ist die aktive Bewertung der Sicherheit in der Wohnung. Nicht erst nach einem Vorfall, sondern präventiv (RIVM, 2026).
Änderungen an der Wohnung können den Unterschied zwischen Risiko und Sicherheit ausmachen. Ziehen Sie Lösungen in Betracht, die die Zugänglichkeit verbessern und die Nutzung der Wohnung erleichtern. Bei Häusern mit mehreren Etagen könnte dies zum Beispiel bedeuten, dass man nach Möglichkeiten sucht, sich sicher zwischen den Etagen zu bewegen, zum Beispiel mit einer Treppe oder Hausaufzug.
Nicht jeder Bewohner weiß, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung es gibt. Wer sich über die verfügbaren Programme informiert, kann feststellen, dass es in einigen Fällen Unterstützung für den Umbau der Wohnung gibt. Zum Beispiel, welche Zuschüsse sind für Anpassungen und Aufzüge in der Wohnung verfügbar.
Die Diskussion über Sturzprävention wird oft aus der Perspektive der Pflege und Behandlung geführt. Die Zahlen zeigen jedoch, dass ein erheblicher Teil des Risikos bereits in der Wohnung selbst entsteht. Solange häusliche Anpassungen von den individuellen finanziellen Möglichkeiten abhängig bleiben, wird die Sturzprävention ungleich verteilt bleiben. Und damit bleibt auch die zentrale Frage bestehen: Wer sorgt dafür, dass sicheres Wohnen nicht zu einem Privileg, sondern zu einer Grundvoraussetzung für alle wird?
Als Spezialist für Aufzugslösungen für Wohnungen, Aesy Aufzüge täglich die Auswirkungen von Mobilitätseinschränkungen auf das tägliche Leben älterer Menschen. Es ist auffällig, dass gerade die Gruppe mit dem größten Bedarf an Wohnungsanpassungen nicht immer die Mittel hat, diese zu realisieren. Auf der Grundlage dieser praktischen Erfahrung möchte Aesy Liften die Aufmerksamkeit von Hausbesitzern, aber auch von politischen Entscheidungsträgern und Wohnungsbaugesellschaften auf dieses Problem lenken. Denn sicheres Wohnen sollte kein Privileg sein, sondern eine Grundvoraussetzung.
Quellen