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Eine Produktionshalle ohne Wasser- und Kanalisationsanschluss
Burgland Bouw errichtete das Gebäude (30.000 m²) nach dem Smartlog-Konzept von DHG, einschließlich einer Lagerhalle von über 3.000 m².

Eine Produktionshalle ohne Wasser- und Kanalisationsanschluss

Kann eine industrielle Produktionshalle ganz ohne Trinkwasser- und Abwasseranschluss auskommen? Ja, natürlich! Der neue Standort von Nijhuis Saur Industries (NSI) in Doetinchem zeigt, dass dies technisch machbar ist. Das Gebäude ist mit einer wasserneutralen Installation ausgestattet. Burgland Bouw war für den Bau nach dem Smartlog-Konzept von DHG verantwortlich.

Das wasserneutrale Konzept wurde von NSI gemeinsam mit Projektpartnern entwickelt. Das Konzept wurde im Hinblick auf eine künftige Anwendung in anderen Gebäuden entwickelt, wobei Teile des Systems modular aufgebaut sein werden. Dies macht die Anlage nicht nur zu einem funktionalen Teil der Immobilie, sondern auch zu einem Referenzprojekt für ähnliche Standorte, an denen die Verfügbarkeit von Wasser ein immer wichtigerer Faktor wird.

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Obwohl Smartlog in erster Linie für Logistikanwender entwickelt wurde, erwies sich das Konzept als flexibel genug, um auch eine anspruchsvolle Produktionsumgebung zu ermöglichen. (Bild: Mike Eijkelenboom)

Smartlog-Entwicklung mit spezifischen Anforderungen

Burgland Bouw realisierte das Gebäude (30.000 m2) nach dem Smartlog-Konzept der DHG, einschließlich einer Lagerhalle von über 3.000 m2. Die Zusammenarbeit zwischen NSI und DHG ergab sich aus der Notwendigkeit, die verstreuten Aktivitäten von vier Standorten an einem zentralen Ort zusammenzuführen. “Die Verteilung stellte uns vor logistische Herausforderungen”, sagt Barry Domhof von Nijhuis Saur Industries. “Deshalb suchten wir nach einem zentralen Standort in der Region.” Geeignetes Bauland erwies sich als rar. “Es entstand die Idee, zu prüfen, ob ein Neubau auf dem bestehenden Gelände möglich ist. Doch der Grundstückseigentümer wollte nicht verkaufen. Also machten wir uns auf die Suche nach einem Partner, der sich um die Erschließung kümmert und sich mit dem Eigentümer arrangiert. Mit der DHG haben wir diesen Partner gefunden, auch weil der Grundstückseigentümer schon früher Projekte mit der DHG realisiert hatte.”

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Die Schlüsselübergabe fand am 5. Januar 2026 statt. Die Maschinen, Lagersysteme und Anlagen werden derzeit installiert. (Bild: Mike Eijkelenboom)

Bauen zum Anpassen

Bei einem ersten Treffen wurden die Grundzüge des Möglichen skizziert. “Nach Rücksprache mit dem Grundstückseigentümer gelang es uns schließlich, einen Vertrag mit einer Laufzeit von 75 Jahren abzuschließen”, sagt Erik van der Woude, Projektleiter bei DHG. Mit NSI wurde ein 20-jähriger Pachtvertrag abgeschlossen. Von da an wurde der Plan nach dem Smartlog-Konzept weiterentwickelt. “Obwohl Smartlog in erster Linie für Logistiknutzer entwickelt wurde, erwies sich das Konzept als flexibel genug, um auch eine anspruchsvolle Produktionsumgebung zu ermöglichen. Das Projekt ist vollständig ‘build-to-suit’, wobei die spezifischen Anforderungen des Mieters nach dem Auszug von NSI problemlos wieder in eine reguläre Logistikhalle umgewandelt werden können.”

Wasser neutral

Ein zentraler Bestandteil des neuen Standorts ist das wasserneutrale System. Das System bildet einen natürlichen Wasserkreislauf, der den Betrieb des Gebäudes ohne Trinkwasser- und Abwasseranschlüsse ermöglicht. Regenwasser wird in einem unterirdischen Puffer gesammelt und in der Kläranlage zu Trinkwasser aufbereitet, das zum Duschen, Händewaschen und für andere Einrichtungen verwendet wird. Die häuslichen Abwässer werden umfassend gereinigt und für die Toilettenspülung verwendet. Überschüssiges aufbereitetes Wasser wird in den Boden infiltriert und trägt so zur Auffüllung der regionalen Grundwasservorräte bei. Die Pufferkapazität des Regenwassers ist so ausgelegt, dass es nicht nur für die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung ausreicht, sondern auch für die Beregnungsanlage verwendet werden kann. 

Nachhaltige Entscheidungen

Die Nachhaltigkeit stand dabei im Mittelpunkt. Das Gebäude erreicht eine hohe BREEAM-Punktzahl (Excellent), wobei auf die biologische Vielfalt, die Wasserwirtschaft, die Verwendung von Materialien, Maschinen und die Gestaltung der Produktionsanlage geachtet wurde. Die Regale beispielsweise sind aus recyceltem grünem Stahl gefertigt. Auch bei der Energieversorgung wurden nachhaltige Entscheidungen getroffen, wenngleich eine vollständige Energieneutralität aufgrund der Überlastung der Netze noch nicht möglich ist. Es wurden jedoch Vorkehrungen für einen künftigen netzunabhängigen Betrieb getroffen, soweit dies möglich ist. 

Abweichend von der Norm

Burgland Bouw begleitete den Bau und die Umsetzung der architektonischen Anforderungen des Mieters. “Das Smartlog-Konzept der DHG ist uns aus früheren Projekten bekannt”, sagt Dennis Mentink, Projektleiter bei Burgland Bouw. “Dennoch unterscheidet sich das Gebäude sowohl baulich als auch von der Anordnung her von einem Standard-Logistikzentrum. Für die Brückenkräne sind die notwendigen Vorkehrungen getroffen worden. Die Stahlkonstruktion wurde schwerer gemacht und die Zwischengeschosse wurden abgesenkt, um Büros und Arbeitsplätze zu schaffen. Außerdem verlaufen die Lagersysteme teilweise durch die Böden, was zusätzliche bauliche Anpassungen erforderte.” 

Laut Mentink gab es auch beim Bau Herausforderungen, vor allem zu Beginn. “Beim Abriss des alten Gebäudes wurden zwei Sprengsätze gefunden, was zu vorübergehenden Unterbrechungen führte. Auch der nasse Winter erschwerte den Beginn unserer Arbeiten. Die Infrastruktureinrichtungen wurden während der Errichtung des Gebäudes wasserneutral ausgeführt, wobei der eigentliche Wunsch bestand, dies bereits in der Gründungsphase zu tun. Trotzdem konnten wir das Projekt innerhalb von 12 Monaten abschließen.” Dieser Erfolg ist nach Ansicht der Herren vor allem auf schnelle Entscheidungen, klare Kommunikation und maximale Flexibilität aller Beteiligten zurückzuführen. Die Schlüsselübergabe fand am 5. Januar 2026 statt. Seitdem baut NSI die Maschinen, Lagersysteme und Anlagen auf. Die ersten Umzüge werden im April beginnen, und der Standort dürfte noch vor dem Sommer voll betriebsbereit sein. 

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