In Assen wird an einem Regierungsgebäude gearbeitet, das von der Agentur für Regierungseigentum (RVB) als Pilotprojekt für die "Routekaart Verduurzamen Rijksvastgoed" (Wegweiser für eine nachhaltigere Gestaltung von Regierungseigentum) ausgewählt worden ist. Mandemaat 3 vereint alle Ziele dieses Fahrplans: Kreislaufwirtschaft, biobasiert, naturnah, klimaangepasst, energieeffizient und mit über 95% elektrischer Ausrüstung gebaut.
Mandemaat 3 ist das erste Projekt, bei dem die gesamte Bandbreite des Fahrplans zur Anwendung kommt. Jelle van Egmond, Manager Customer and Market bei Hegeman: “In diesem Projekt werden die vier Themen der Nachhaltigkeitsambitionen der Rijksvastgoedbedrijf mit Leben erfüllt. Dabei geht es nicht nur um die Verwendung von Kreislaufmaterialien und biobasierten Materialien und die Realisierung eines energieeffizienten Gebäudes. Mit dem Gebäude und der Gestaltung der Umgebung bauen wir auch naturnah und klimaangepasst, zum Beispiel mit Fledermaustürmen und Wadis.”

Die RVB gab dem Team ein festes Ziel vor, ließ aber viel Raum für eigene Interpretationen. “Sie gab einen Punkt am Horizont vor, ließ uns aber viel Spielraum für Pionierarbeit. Das Bauteam entschied sich für einen kreisförmigen Abriss, obwohl wir lieber von ‘Ernte-Neubau’ als von Renovierung sprechen.” Das scheint widersprüchlich, war aber eine bewusste Entscheidung, so Van Egmond. “Vor allem die Energieeffizienz, die Klimaanpassung, die Einbeziehung der Natur und die CO2-Berechnungen über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes rechtfertigen die Entscheidung des Konsortiums für Abriss-Neubau.”
Eine Schlüsselkomponente ist die fast vollelektrische Konstruktion. In der Ausschreibungsphase versprach das Team, zu 95 Prozent elektrisch zu fahren. “Das halten wir auch ein. Wir überwachen das sehr streng, mit einem innovativen Messsystem: TiQit”, sagt Van Egmond. “Diese Überwachung ist wiederum ein Pilotprojekt, das in Zusammenarbeit mit Movares durchgeführt und teilweise vom Top Sector Logistics finanziert wird.”

Die Pionierarbeit beschränkt sich nicht auf die Baustelle. Viele Materialien aus dem alten Mandemaat werden wiederverwendet, von Beton über Fensterrahmen und Verglasungen bis hin zu Teppichfliesen. “Wir arbeiten mit einer Drehscheibe und vielen lokalen Parteien zusammen, so dass der Transport auch elektrisch erfolgen könnte”, sagt er. Auch das neue Parkhaus wurde mit 54 geernteten TT-Trägern aus Dordrecht kreisförmig gebaut. “Ursprünglich war das nicht geplant, aber die Möglichkeit des Rundbaus bot sich uns. Das war eine ziemliche Herausforderung wegen der unterschiedlichen Abmessungen und Bedingungen. Es hat Blut, Schweiß und Tränen gekostet, aber gleichzeitig ist es eine der Leistungen, auf die wir am meisten stolz sind, und das Ergebnis der intrinsischen Motivation der beteiligten Partner innerhalb des Konsortiums und unseres Kunden. Gemeinsam haben wir uns den Kopf zerbrochen.”
Zusammenarbeit, Kreativität und Erfindungsreichtum sind daher von zentraler Bedeutung. Der Architekt RU+PA, die De Groot Installation Group und andere (Nachhaltigkeits-)Partner waren von Anfang an eng in den Entwurf und das Engineering eingebunden. Die Zusammenarbeit mit der RVB ist in dieser Hinsicht von entscheidender Bedeutung. “Wir sind gemeinsam innovativ und bahnbrechend und stoßen wirklich an Grenzen. Die Lektionen werden natürlich aufgezeichnet. Die beteiligten Partner profitieren davon bereits bei späteren Projekten.”