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Neues Konzept für den Bau des Rathauses in Buren
Etwa 80 Prozent der Tragkonstruktion bestehen aus Holz, was den Nachhaltigkeitszielen der Gemeinde Buren entspricht.

Neues Konzept für den Bau des Rathauses in Buren

In Rekordzeit wieder auf den Beinen

Innerhalb eines Jahres ein neues Rathaus bauen. Das klingt nach einer fast unmöglichen Aufgabe. Dennoch stellte sich das Bauunternehmen Osnabrugge dieser Herausforderung beim Bau des neuen Verwaltungsgebäudes der Gemeinde Buren. Eine beachtliche Leistung, wenn man den ungewöhnlichen Rohbau, eine länger als geplant dauernde Anlaufphase und 15 Zentimeter Schnee auf dem Dach nach den Weihnachtsferien bedenkt. Das Geheimnis? Umdenken.

Das Fundament des neuen, von cepezed entworfenen Rathauses besteht aus 91 Pfählen, Betonbalken und einer Kombination aus Holz- und Stahlkonstruktionen. “Etwa 80 Prozent der Tragkonstruktion bestehen aus Holz, was den Nachhaltigkeitszielen der Gemeinde entspricht”, erklärt Marcel Jansen, Bauleiter bei Bouwbedrijf Osnabrugge. “Der Stahlkern sorgt dabei für die notwendige Stabilität des Gebäudes.”

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Alle Anlagen werden unter einem etwa sechzig Zentimeter hohen Doppelboden untergebracht.

Abweichende Fassadenkonstruktion

Besonders ist die Art und Weise, wie die Fassadenkonstruktion entworfen wurde. “Das gesamte Fassadensystem hängt sozusagen außerhalb des Betonrandbalkens”, sagt Jansen. “Dadurch konnte eine hochwertige Dämmschicht ohne komplizierte Sonderkonstruktionen realisiert werden.” Um den Betonfundamentrand herum wurde eine Stahltragkonstruktion angebracht, auf der die Fassadenteile des Holzrahmenbaus aufliegen. Eine technisch anspruchsvolle Lösung, die sich gleichzeitig als effizient umsetzbar erwies.

Keine traditionelle Bauabfolge

Die größte Herausforderung lag jedoch nicht in der Technik, sondern in der Planung. “Der Rohbau musste noch vor Weihnachten 2025 stehen”, sagt Jansen. “Deshalb haben wir von der traditionellen Bauabfolge abgewichen. Normalerweise wird ein Gebäude zunächst vollständig wind- und wasserdicht gemacht, bevor mit dem Innenausbau begonnen wird. Hier geschah dies teilweise gleichzeitig. Außerdem haben wir zu Beginn des Projekts in rasantem Tempo die Stahlkonstruktion, die tragende Holzkonstruktion, die Decken und das Dach in Zusammenarbeit mit Van Walsem Houtmontage BV realisiert.”

Eine ordentliche Portion Schnee

Der Rohbau, ohne die Fassadenelemente, wurde kurz vor der Weihnachtspause mit einer ‘Notdachabdeckung’ abgedeckt, die das Gebäude vor winterlichen Witterungsbedingungen schützte. “Diese Vorgehensweise hat sich bewährt, denn direkt nach Weihnachten fiel eine ordentliche Menge Schnee”, erzählt André Renes, Projektleiter bei der Baufirma Osnabrugge. “Die ‘Notdachabdeckung’ wurde so gewählt, dass sie nun unter der endgültigen Bitumen-Dachdeckung als Dampfsperre fungiert. Eine Frage der Umdenken.” 

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Da das Gebäude nun wind- und wasserdicht ist, liegt der Fokus nun voll und ganz auf den Ausbauarbeiten.

Erhöhter Boden

Nach der Weihnachtspause wurden die Fassaden verschlossen, während die Installateure – Gebr. Janssen und Nikkelen Elektrotechnik – im Inneren bereits mit Leitungs- und Verkabelungsarbeiten sowie den Ausbauarbeiten beschäftigt waren. “Auch hier ist definitiv ein Umdenken gefragt, denn alle Installationen werden unter einem etwa sechzig Zentimeter hohen Doppelboden untergebracht. Dadurch bleiben die Decken frei von Installationen und es entsteht maximale Flexibilität für zukünftige Anpassungen”, so Jansen. Kabelkanäle, Lüftungskanäle, Elektro- und Dateninfrastruktur sind leicht zugänglich und anpassbar. Das steht im Einklang mit der zirkulären Vision hinter dem Entwurf: Das Gebäude muss sich an zukünftige Bedürfnisse anpassen können.

Prozesse umkehren

Die Art und Weise, wie das Rathaus gebaut wird, erfordert ein außergewöhnlich hohes Maß an Zusammenarbeit. “Lieferprobleme, Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Fachbereichen und der enge Zeitplan machen das Projekt zu einem täglichen Puzzle”, sagt Renes. “Dennoch gelingt es uns als Bauteam immer wieder, Lösungen zu finden. Indem wir vorausschauend denken, Risiken akzeptieren und Prozesse geschickt umgestalten – und nicht zuletzt dank der proaktiven Haltung von Dirk Miltenburg, der im Auftrag der Gemeinde die Bauaufsicht übernimmt. So wurden beispielsweise Fensterrahmen und Systemwände bereits bestellt, bevor sie endgültig vermessen werden konnten. Ein spannender Ansatz, aber notwendig, um Zeit zu gewinnen, wobei wir als Bauunternehmen die volle Verantwortung für die Maßgenauigkeit übernehmen.”

Da das Gebäude nun wind- und wasserdicht ist, liegt der Fokus nun voll und ganz auf dem Innenausbau. Wenn alles nach Plan verläuft, kann die Gemeinde Buren diesen Sommer in ihr nachhaltiges und architektonisch beeindruckendes neues Zuhause einziehen.  

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