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„De Nieuwe Post“ bekommt ein zweites Leben

„De Nieuwe Post“ bekommt ein zweites Leben

Ein denkmalgeschütztes Gebäude nachhaltiger zu gestalten, ist schon eine große Herausforderung. Aber was ist, wenn man zusätzlich noch fünf komplette Stockwerke aufsetzen möchte, ohne das bestehende Fundament anzupassen? In Arnheim geschieht genau das bei „De Nieuwe Post“. Heijmans unterzieht das ehemalige Postamt einer umfassenden Sanierung, fügt einen Aufsatz aus Holz hinzu und sichert ihm damit eine zirkuläre Zukunft.

De Nieuwe Post ist ein denkmalgeschütztes Gebäude und ein ikonischer Blickfang in Arnheim. Heijmans arbeitet bei der Umgestaltung mit Kraaijvanger Architecten, IMd, Dgmr, Karres und Brands sowie einem breit gefächerten Team von Spezialisten zusammen. “Unser Ansatz besteht darin, die authentischen Qualitäten des bestehenden Gebäudes zu bewahren und es gleichzeitig für eine energieeffiziente und kreislauforientierte Zukunft vorzubereiten”, erklärt Johan van der Velden, Projektmanager bei Heijmans.

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Eine außergewöhnliche Ausschreibung

Die Grundlage für diesen Ansatz wurde bereits im Rahmen der Ausschreibung der staatlichen Immobilienbehörde gelegt. Heijmans bildete hierfür ein Konsortium, dem unter anderem Kraaijvanger Architecten, IMd, DGMR sowie Karres und Brands angehörten. “Das Besondere an der Ausschreibung war, dass kein fertiger Entwurf verlangt wurde, sondern eine Vision in Bezug auf Zusammenarbeit, räumliche Qualität, Kreislaufwirtschaft und Projektsteuerung”, erklärt Van der Velden. “Von Anfang an wurden Kreislaufwirtschaft und Zusammenarbeit ganzheitlich betrachtet. Denn eine nachhaltige Entscheidung betrifft fast immer mehrere Disziplinen: Architektur, Bauwesen, Finanzen und Ausführung. Indem Spezialisten und das Ausführungsteam schon früh an einen Tisch gebracht werden, können Entscheidungen gemeinsam getroffen und getestet werden.”

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Rohstoffbank

Ein Beispiel für eine solche Entscheidung betraf die denkmalgeschützten Fensterrahmen. “Ein Austausch wäre aus energetischer Sicht naheliegend, würde aber den Denkmalwert beeinträchtigen”, sagt Van der Velden. “Nach eingehender Untersuchung stellte sich heraus, dass es möglich ist, die bestehenden Fensterrahmen zu erhalten und gleichzeitig ihre Energieeffizienz deutlich zu verbessern.” Gleichzeitig wird das Gebäude buchstäblich als Rohstoffbank betrachtet. “Während der Entkernung wird geprüft, welche Materialien freigesetzt werden, welche Qualität sie haben und welche Teile wiederverwendet werden können. Bodenfliesen erhalten an anderer Stelle ein zweites Leben, während Massivholztüren zu Bauteilen für Möbel und Pflanzkübel zersägt werden.”

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Standardgrößen

Zudem sucht das Projektteam aktiv nach Materialien aus anderen Projekten. So findet beispielsweise eine aus einem anderen Heijmans-Projekt freigewordene Stahlkonstruktion eine neue Verwendung als Haupttragkonstruktion in “De Nieuwe Post”. “Auch beim Einsatz neuer Materialien steht der zukünftige Wert im Mittelpunkt”, betont Van der Velden. „Bauteile werden so weit wie möglich demontierbar und in Standardmaßen konzipiert, damit sie gegebenenfalls in einer späteren Lebensphase wiederverwendet werden können.“

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Holzaufsatz

Einer der ehrgeizigsten Eingriffe ist die vollständig aus Holz bestehende Aufstockung. Auf das bestehende vierstöckige Gebäude kommen fünf weitere Stockwerke hinzu, ohne dass das Fundament angepasst werden muss. “Das ist natürlich eine riesige Herausforderung”, stellt Van der Velden zu Recht fest. “Dennoch haben wir gemeinsam mit IMd eine konstruktive Lösung gefunden. Der Aufstockungsbau wird vollständig aus CLT ausgeführt. Er ist relativ leicht, konstruktiv effizient und hat eine deutlich geringere CO₂-Bilanz als eine vergleichbare Lösung aus Stahl oder Beton.”

Neben dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft legt Heijmans bei “De Nieuwe Post” auch Wert auf das Wohlbefinden der Gebäudenutzer und der Umgebung. Van der Velden: „Im Inneren des Gebäudes wird es offene Arbeitsbereiche mit viel Tageslicht, hohen Lufträumen und reichlich Grün geben. Der bestehende Parkplatz auf der Rückseite weicht einem begrünten Innenhof mit Bäumen und Pflanzkübeln. Das Gelände wird tagsüber für die Umgebung zugänglich sein und bildet damit eine neue grüne Verbindung in der Stadt.“ „De Nieuwe Post“ wird voraussichtlich im März 2027 fertiggestellt. Danach folgt eine fünfzehnjährige Instandhaltungsphase. So erhält das denkmalgeschützte Gebäude nicht nur ein zweites Leben, sondern vor allem eine Zukunft. ‎‎

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