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Kreislaufwirtschaft im Bauwesen beginnt mit der Wiederverwendung
Im Apollo House Amsterdam wurden die Wände angepasst, ohne dass Eingriffe am bestehenden Rohbau vorgenommen wurden.

Kreislauforientiertes Bauen beginnt mit der Wiederverwendung

Modulare Systemwände ermöglichen eine langfristige Nutzung

Was wäre, wenn ein Gebäude nicht das Ende eines Produkts, sondern vielmehr dessen Anfang wäre? Diese Idee bildet bereits seit 1974 die Grundlage bei Brakel Systeemwanden. Am Reißbrett entstand ein modulares Wandsystem, das bis heute zum Einsatz kommt.

Brakel Systeemwanden arbeitet mit einem System, das vor 50 Jahren vom Architekten Jaap Bongers entwickelt wurde und dessen Patent inzwischen auf das Unternehmen übertragen wurde. Die Grundprinzipien der Wiederverwendbarkeit und Versetzbarkeit sind gleich geblieben, doch das System wurde im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Die Systemwände werden in Hilversum hergestellt und sind somit ein echtes niederländisches Produkt.

Vertriebsleiter Niels Geniets: “Will ein Unternehmen expandieren oder umziehen? Dann können wir die Trennwände ganz einfach wiederverwenden. Deshalb registrieren wir unsere Systeme nicht namentlich, sondern nach Adresse und Etage. So wissen wir genau, was sich wo befindet, und können alles jederzeit erneut liefern oder anpassen.”

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Die Koninklijke Metaalunie verwendet die Wände nach jedem Umbau wieder.

Wiederverwendung als Ausgangspunkt

Während sich viele Kreislaufwirtschaftslösungen auf das Recycling konzentrieren, setzt Brakel bewusst auf die direkte Wiederverwendung. Das spart Energie und Material. “Wir sagen: Verwenden Sie das Produkt so, wie es ist. Dann braucht man keine Energie für die Neuproduktion”, so Geniets.

Das ‘All-in-Wall’-System von Brakel lässt sich vollständig demontieren und hinterlässt keine Schäden an Boden oder Decke. Farben, Oberflächen und Funktionen können geändert werden, ohne dass das System ausgetauscht werden muss. Dadurch eignet sich das System besonders gut für Unternehmen, die sich verändern, wachsen oder umziehen.

Projekte, die weiter voranschreiten

Derzeit arbeitet Brakel Systeemwanden am Gebäude der Koninklijke Metaalunie. Geniets: “Unsere Wände sind bereits seit 1996 in diesem Gebäude verbaut. Im Jahr 2011 gab es bereits einmal einen großen Umbau, und nun wieder. Und jedes Mal werden die Wände wiederverwendet. Immer wieder in einer anderen Farbe und an einem anderen Ort.”

Im Malietoren in Den Haag erhielten die bestehenden Wände im Büro von VNO-NCW eine neue Funktion. Undurchsichtige Flurwände wurden zu Trennwänden zwischen den Büroräumen in einer neuen Farbe. “Durch neue Glaslösungen auf der Flurseite erhielt das Gebäude ein völlig neues Erscheinungsbild, bei dem die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt steht. Genau so, wie es sich der Kunde und der Architekt vorgestellt hatten.”

Auch beim Apollo House in Amsterdam erwies sich diese Flexibilität als wichtig. Geniets: “An diesem denkmalgeschützten Gebäude durfte nichts verändert werden. Die Wände konnten hier angepasst und erweitert werden, ohne in den bestehenden Rohbau einzugreifen.” Und Intergamma? “Das Unternehmen nutzt seit den 70er Jahren dieselben Wandlösungen von uns. Die Wände werden jedes Mal ein wenig an die neue Büroaufteilung angepasst.’ 

Nach der Fertigstellung noch einmal darüber nachdenken

Laut Geniets endet Nachhaltigkeit nicht mit der Fertigstellung. “Da fängt es erst an. Man muss darüber nachdenken, was ein Nutzer später noch damit anfangen kann. Und genau so arbeiten wir.” Das spiegelt sich in neuen Anwendungen wider, wie beispielsweise modularen Arbeitseinheiten und Telefonzellen, die frei im Raum stehen. Auch bekannt als Brakel Qubes. Diese Elemente sind versetzbar und wiederverwendbar, genau wie das Wandsystem selbst. “So verlagert sich der Fokus von der Herstellung hin zur weiteren Nutzung. Und genau darin liegt der Kern des zirkulären Bauens.”    

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