Ein Entwurf ist nicht abgeschlossen, sobald die letzte Linie auf dem Plan steht. Zwischen Entwurf und Fertigstellung werden Entscheidungen zu Materialien und Ausstattung noch in das BIM-Modell, die Leistungsbeschreibung und die Ausschreibung übertragen, um schließlich beim Installateur und oft auch in einer Optimierungsrunde zu landen. Genau dort kann ein Teil der ursprünglichen Qualität verloren gehen. DELABIE, Spezialist für Sanitäranlagen in öffentlichen und gewerblichen Bereichen, betrachtet daher eine fundierte Leistungsbeschreibung als unverzichtbaren Bestandteil des Entwurfs.
Ein (öffentlicher) Sanitärraum umfasst in der Regel nur eine begrenzte Fläche, vereint jedoch auffallend viele gestalterische Entscheidungen. Die Raumaufteilung muss logisch sein, die Ausstattung muss zum Einrichtungskonzept passen und die technischen Anlagen müssen einwandfrei funktionieren. Gleichzeitig müssen Armaturen, Spülsysteme, Sanitäranlagen und Zubehör auf die Art und Intensität der Nutzung abgestimmt sein. Das macht Sanitärräume zu einem treffenden Beispiel für eine umfassendere Herausforderung: Wie bewahrt ein Architekt die gestalterische Absicht, wenn immer mehr Akteure in die Ausarbeitung und Umsetzung einbezogen werden? Wann ist „gleichwertig“ wirklich gleichwertig? Bei einer Ausschreibung oder während der Ausführung wird eine vorgeschriebene Lösung manchmal durch eine sogenannte gleichwertige Alternative ersetzt. Das muss an sich kein Problem darstellen, solange diese Gleichwertigkeit über Preis, Maße oder Optik hinausgeht.
Nehmen wir beispielsweise elektronische und selbstschließende Armaturen für öffentliche Bereiche. Zwei Modelle können sich optisch stark ähneln, sich jedoch hinsichtlich des Erkennungs- oder Bedienungsprinzips, der eingestellten Durchflussmenge, der Einbaubedingungen, der Sicherheitsfunktionen und der Zugänglichkeit technischer Komponenten unterscheiden. Auch die Möglichkeiten für automatische Spülung, Einstellungen und Eingriffe können variieren. Gleiches gilt für WC-Spülsysteme. Die Wahl zwischen einer herkömmlichen Spülung mit Spülkasten und einer Direktspülung ohne Spülkasten hat nicht nur Auswirkungen auf den verfügbaren Platz hinter der Wand. Sie beeinflusst auch die Funktionsweise, die Verfügbarkeit nach aufeinanderfolgender Nutzung, das Leckagerisiko und die Art und Weise, wie technische Komponenten zugänglich bleiben. Eine vorgeschlagene Alternative ist daher erst dann gleichwertig, wenn sie in dem konkreten Gebäude die gleiche Leistung erbringt. Dazu muss zunächst klar sein, welche Leistungen ausschlaggebend sind.
Bei Sanitäranlagen wird die Materialauswahl manchmal vor allem als ästhetische Entscheidung betrachtet. In öffentlichen Gebäuden bestimmt sie jedoch auch, wie ein Produkt altert, wie leicht es zu reinigen ist und wie es sich bei intensiver oder unsachgemäßer Nutzung bewährt.

Bei einem Waschbecken oder Urinal aus Edelstahl spielen beispielsweise nicht nur die Form und die Oberflächenbeschaffenheit eine Rolle. Auch die verwendete Edelstahlqualität, die Materialstärke, die Befestigungsart, die Kantenverarbeitung und die Zugänglichkeit der Anschlüsse sind von Bedeutung. Eine geschlossene Unterseite oder ein verdeckter Siphon können zudem in bestimmten Projekten Teil der gewünschten Sicherheit und Robustheit sein. Indem der Architekt solche Eigenschaften ausdrücklich benennt, verhindert er, dass sich die Materialauswahl während der Ausführung auf ‘etwa das gleiche Aussehen’ beschränkt. Die Leistungsbeschreibung legt dann nicht nur fest, was sichtbar sein muss, sondern auch, welchen Belastungen das Produkt in der Praxis standhalten muss.
Eine gute Leistungsbeschreibung muss nicht ausschließlich festlegen, welches konkrete Produkt der Planer im Sinn hat. Sie soll vor allem verdeutlichen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Welche Nutzungsintensität wird erwartet? Welches Bedienprinzip ist angebracht? Welche Anforderungen gelten hinsichtlich Durchfluss, Sicherheit, Reinigungsfreundlichkeit und Wartungsfreundlichkeit? Wie gut müssen die Bauteile zugänglich sein? Und welche Form-, Material- oder Oberflächenmerkmale sind integraler Bestandteil der Innenraumgestaltung? DELABIE stellt für sein Sortiment technische Produktdatenblätter, Beschreibungen für Ausschreibungstexte, Zeichnungen und Zertifikate zur Verfügung. Diese Informationen helfen Planern dabei, eine Produktauswahl in überprüfbare Eigenschaften umzusetzen. Eine Alternative kann dann anhand derselben Anforderungen geprüft werden, anstatt ausschließlich auf der Grundlage des Preises oder einer allgemeinen Produktbeschreibung bewertet zu werden.

Auch digitale Produktinformationen unterstützen diese Qualitätssicherung. Die BIM-Dateien von DELABIE sind im Revit- und IFC-Format verfügbar und ermöglichen es, Sanitärlösungen bereits während der Planungsphase korrekt in das Gebäudemodell zu integrieren. Dennoch garantiert ein passendes BIM-Objekt nicht automatisch, dass die gesamte Planungsabsicht übertragen wird. Ein Produkt kann geometrisch perfekt in das Modell passen, während Informationen zu Bedienung, Leistung oder Verwaltung nur unzureichend berücksichtigt werden. Der Mehrwert entsteht, wenn Geometrie, technische Daten und Ausschreibungsanforderungen aufeinander abgestimmt sind. Das BIM-Modell zeigt dann nicht nur, was wo platziert wird, sondern hilft auch dabei, die Argumente hinter dieser Wahl während des gesamten Bauprozesses festzuhalten.
Die Wahrung der gestalterischen Absicht liegt nicht ausschließlich in der Verantwortung des Architekten. Auch Innenarchitekten, Haustechnikberater, Hersteller, Bauunternehmer und Installateure verfügen über das erforderliche Fachwissen. Durch die Einbindung eines spezialisierten Herstellers wie DELABIE bereits in der Entwurfs- und Ausschreibungsphase können Entwurfsentscheidungen rechtzeitig technisch geprüft und Anpassungen oder Qualitätseinbußen auf der Baustelle vermieden werden. Denn architektonische Qualität wird nicht nur durch das bestimmt, was gezeichnet wird. Sie hängt ebenso sehr davon ab, was korrekt spezifiziert, verstanden und ausgeführt wird. In diesem Sinne ist die Leistungsbeschreibung vielleicht sogar die letzte Entwurfszeichnung eines Gebäudes.
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