Das Eindhovener Nieuw Bergen erhält ein markantes Profil. Die schrägen Dächer fallen sofort ins Auge. Auf diesen Dächern befindet sich eine grüne Schicht, die höhere Anforderungen stellt als eine herkömmliche Dachbegrünung. Für Van Kessel Sport en Cultuurtechniek, einen Geschäftsbereich von Gebr. van Kessel, war dies buchstäblich Neuland, mit technischen Entscheidungen und der Ausführung in großer Höhe. Projektleiter Jaap Hennevanger blickt auf einen intensiven Prozess zurück.
Van Kessel war bereits in der Kalkulationsphase an diesem Projekt beteiligt, erzählt Hennevanger. Im Auftrag von Stam + De Koning Bouw erarbeitete das Team ein Konzept für die Gründächer. “Wir haben gemeinsam geprüft, wie wir dies technisch umsetzen können, und daraus einen realisierbaren Plan entwickelt.” Die Dächer sind alles andere als Standard. “Die Neigung variiert zwischen 42 und 52 Grad. Wir realisieren zwar häufiger Dachgärten, aber die Kombination aus Neigung und Höhe machte diese Aufgabe zu einer Herausforderung.”
Für fünf Gebäude wurden sechs Gründächer entworfen, jedes mit individuellen Merkmalen wie Fensterfronten und Installationen. Dies erforderte eine sorgfältig ausgewählte Lösung, um ein Abrutschen zu verhindern, sowie eine enge Abstimmung mit dem Bauunternehmer. Das Team von Van Kessel entwickelte mit Hilfe verschiedener Lieferanten ein System, das aus Profilen besteht, die in einer Holzkonstruktion unter der Dachdeckung befestigt sind. In den Profilen sind ein spezielles schützendes, entwässerndes und wasserspeicherndes Gewebe sowie ein Netz eingeklemmt. Im Netz sind Elemente mit Stahlstiften angebracht, um das Substrat und die Vegetationsmatte an ihrem Platz zu halten. “Wir mussten also genau berechnen, wo und in welchem Abstand zueinander die Profile angebracht werden mussten.”

Außerdem wurde ein computergesteuertes Bewässerungssystem eingesetzt, dessen Leitungen aus dem Technikraum verlaufen. “Die Aufbaudicke beträgt nur 6 Zentimeter. Da lässt sich nur wenig Wasser speichern. Man muss also für eine gute Bewässerung sorgen.”
Auf den Dächern befindet sich eine Mischung aus Sedum, Kräutern und Gräsern. Zusammen bilden sie ein Bild, das an eine Almwiese erinnert. “Man möchte, dass das Dach das ganze Jahr über gut aussieht. Deshalb kombinieren wir etwa 25 verschiedene Arten. Sedum bleibt im Winter grün. Da die Sukkulenten im Winter nicht absterben, sorgen sie für Stabilität. Kräuter und Gräser sorgen für Abwechslung.” Das macht das Gesamtbild reichhaltig und abwechslungsreich.
Die Montage der Dachkonstruktion und der Matten erforderte eine besondere Vorgehensweise. In Höhen von bis zu sechzig Metern arbeitete das Team mit zertifizierten Kletterern.
Die toten Materialien und Vegetationsmatten wurden auf spezielle Paletten geladen, das Substrat kam in Eimern nach oben und wurde kontrolliert verarbeitet. “Man ist an eine Förderlinie gebunden, daher geht die Arbeit langsamer voran. Gleichzeitig muss alles sicher ablaufen. Es darf nichts herunterfallen.”
Nach den ersten Dächern wurde die Vorgehensweise ausgewertet und optimiert. Die Materialien wurden bereits am Boden zusammengebaut, was in Verbindung mit einer strafferen Logistik für mehr Tempo sorgte.
Nachdem der erste Winter hinter uns liegt, verfolgt das Team mit Interesse, wie sich die Dächer weiterentwickeln. “Die Kombination aus Höhe, geneigten Dachflächen und verschiedenen Pflanzenarten macht dieses Projekt einzigartig und gerade deshalb so wertvoll. Für Van Kessel ist Nieuw Bergen ein besonderes Projekt, auf das man gerne zurückblickt, und ein inspirierendes Beispiel für zukünftige Gründächer auf schrägen Hängen. Es ist ein wunderbares Aushängeschild dafür, was technisches Know-how und grüne Ambitionen gemeinsam bewirken können.”