An der Bijlmerdreef 98 in Amsterdam-Zuidoost wird Mitte 2027 „Linden“ eröffnet. Das von Paul de Ruiter Architects entworfene Projekt ist mittlerweile in der Stadt deutlich sichtbar und entwickelt sich zu einem der größten und nachhaltigsten Bürobauprojekte in der Region. Der Neubau wird eine Bruttogeschossfläche von rund 51.000 m² haben, verteilt auf dreizehn Stockwerke, mit zwei miteinander verbundenen Gebäudeteilen und sechs Atrien. Der Entwurf setzt auf Offenheit und Transparenz und bietet Arbeitsplätze, die den heutigen Arbeitsweisen entsprechen. Im Sockelbereich sind Einrichtungen wie Gastronomie und Sportanlagen vorgesehen, wodurch das Gebäude nicht nur eine Bürofunktion erhält, sondern auch zu einem Treffpunkt für die Umgebung wird. Besonders bemerkenswert ist jedoch die durchdachte Verflechtung mit der Natur.

Linden ist das erste Projekt, das Paul de Ruiter Architects in Zeiten der Corona-Pandemie entworfen hat. Das Amsterdamer Architekturbüro erhielt den Planungsauftrag nach einem Architektenauswahlverfahren, zu dem fünf führende Büros eingeladen worden waren. “Dabei stachen vor allem die städtebauliche Einbindung, das hohe Nachhaltigkeitsniveau und unsere Führungsrolle im Entwurfs- und Entwicklungsprozess positiv hervor”, erklärt der Architekt und Partner Raymond van Sabben.
“Linden ist Teil eines größeren Bürobauprojekts rund um die Bijlmerdreef, das sich durch eine großzügige Gestaltung und ein grünes Profil mit breiten Randstreifen, Baumreihen und Parkzonen auszeichnet”, erklärt Van Sabben. “Unser städtebauliches Ziel war es, diese Grünflächen nicht nur in Richtung der Bahnlinie fortzuführen, sondern sie auch auf natürliche Weise mit dem Gebäude zu verweben. Deshalb haben wir die Landschaft sozusagen durch und über das Gebäude hinweg geführt, wodurch Architektur und Natur ein zusammenhängendes Ganzes bilden.”
Dieser Gedanke führte schließlich zu einem Gebäudeensemble mit einem Hochhauskomplex an der Bijlmerdreef und in der Sichtlinie der Foppingadreef, kombiniert mit einem Flachbaukomplex auf der HvA-Seite. “Dank einer sorgfältigen Anordnung von Hoch- und Flachbau schwankt die grüne Landschaft sozusagen zwischen den Gebäuden hin und her. Wichtige Sichtachsen bleiben erhalten, während gleichzeitig das Versorgungsprogramm größtenteils unter dem ‘Teppich’ untergebracht wird. Man denke beispielsweise an die Einfahrt zum doppelstöckigen Parkhaus von Linden und an ein angrenzendes Gebäude, aber auch an die Technikräume und die Logistik. Über eine Unterführung können Mitarbeiter und Besucher künftig entspannt vom Bahnhof Bijlmer ArenA zum neuen Bürokomplex laufen. Zudem ist eine unterirdische Anbindung für den Autoverkehr vorgesehen, wodurch die Oberfläche so weit wie möglich autofrei bleibt.”

“Linden nimmt eine Schlüsselposition bei der Entwicklung von Amsterdam-Zuidoost ein, wobei der Turm eine klare Signalwirkung erhält”, betont Van Sabben. “Im großzügigen und transparenten Sockelbereich beider Türme wurden rundum Eingänge geschaffen – sowohl für die Büros als auch für die Gastronomie- und Sportbereiche –, wodurch das Gebäude eine allseitige Ausrichtung erhält. Um diese herum schwingt sich die Landschaft buchstäblich auf und ab, in Anlehnung an den Verlauf der Bijlmerdreef und der Radwege, mit dem Ziel, den Höhenunterschied an dieser Stelle zu überbrücken. Damit schließen wir an die städtebaulichen Bestrebungen der Gemeinde und der Anwohner an, ein durchlässiges städtisches Gefüge zu schaffen.”
Auf dem Sockel befinden sich die Bürogebäude, die durch große Verbindungsbrücken miteinander verbunden sind. “Dadurch werden imposante Büroetagen mit einer Bruttogeschossfläche von 5.000 m² möglich.” Eine wichtige Anforderung, so Van Sabben, die der modernen Vision vom Büro als Ort der Begegnung entspricht. “Auch die vertikale Wegeführung trägt dazu bei, mit Taschengärten, die sich spiralförmig durch den Turm nach oben winden und im begrünten Dachgarten enden.”
Um den Kern des Gebäudes herum erstrecken sich große Podeste mit einer Teeküche, einem Treffpunkt und Treppen nach oben, die sich in der Fassade als doppelt hohe, offene Räume widerspiegeln. “Dadurch setzt sich die transparente Ausstrahlung des Sockels auch in den Obergeschossen fort. In Kombination mit den in unterschiedliche Richtungen verlaufenden Aluminiumlamellen entsteht eine Art Patchwork, mit dem wir die Größenordnung des Projekts aufbrechen und eine angenehme menschliche Dimension schaffen. Die vielfältigen Durchblicke verbessern die Übersichtlichkeit und die Orientierung im Gebäude.”
Während des Entwurfsprozesses vor fünf Jahren fiel die Wahl auch auf eine HSB-Elementfassade, die ohne Gerüste montiert werden konnte und zu den Nachhaltigkeitszielen des Projekts beiträgt. “Linden wird vollständig zukunftsorientiert entwickelt”, fasst Van Sabben zusammen. “Das Gebäude wird klimaresilient sein und mit einem Wärme- und Kältespeicher, Klimadecken, Solarmodulen und einem Wasserspeicher ausgestattet. Der umliegende Park wird zudem aktiv mit einheimischen Pflanzen begrünt, mit dem Ziel, die Artenvielfalt in der Nachbarschaft zu stärken. Mit diesem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz haben wir das höchste BREEAM-Entwurfszertifikat (Outstanding) erreicht.”