Entlang der A50 in Veghel wurde im Mai das neue, hochmoderne Innovationszentrum und die Produktionsstätte von Intracare fertiggestellt. Die klimaneutrale Fabrik wurde auf einem 15.000 m² großen Grundstück errichtet und umfasst unter anderem chemische und mikrobiologische Labore, Pharma-GMP+-Reinräume, ein Erlebniszentrum, Produktionslinien, Lagerräume, F&E-Einrichtungen sowie logistische Anlagen. Mit dieser Erweiterung kann Intracare der steigenden Nachfrage wieder gerecht werden und hat seine Wachstumskapazität für die kommenden Jahre gesichert.
Das Bauunternehmen van de Ven hat den Auftrag im Rahmen einer Ausschreibung erhalten und war für den gesamten Bau verantwortlich, einschließlich der Koordination der elektrotechnischen, maschinenbaulichen und Sprinkleranlagen. In der Vorbereitungsphase wurden wichtige Optimierungen vorgenommen, berichtet Projektleiter Ad van der Linden. So wurde der Löschwasserkeller gedreht und es wurden zusätzliche Bodenrinnen eingebaut, um im Notfall Flüssigkeiten effizient abzuleiten. “Die Flüssigkeiten werden zunächst in speziellen Auffangräumen aufgefangen, die über schwere Bodenluken zugänglich sind”, erklärt er. “Dadurch können Leckagen vor Ort beseitigt werden und es wird verhindert, dass Verunreinigungen direkt in den Hauptkeller gelangen. Gleichzeitig fungieren die Vorräume als Siphon, wodurch sich Gerüche und Feuer nicht über die Rinnen ausbreiten können.”

Der Standort in Veghel wurde als sogenannte Seveso-Anlage eingestuft, was bedeutet, dass dort mit großen Mengen gefährlicher Stoffe gearbeitet wird und strenge europäische Sicherheitsvorschriften gelten. Die Aufsicht obliegt daher der Provinz statt der Gemeinde. Intracare unterhält bereits eine bestehende Geschäftsbeziehung mit dem Bauunternehmen „Bouwbedrijf van de Ven“, das bereits 2014 eine Erweiterung realisiert hat und seitdem auch bei kleineren Projekten und Umbauten beteiligt blieb.
Der Neubau an der A50 besteht aus einer Produktionshalle mit einer Fläche von ca. 2.866 m², einem Lager mit 779 m², einem PGS-15-Lagerraum mit 522 m² sowie ca. 2.152 m² Bürofläche, verteilt auf drei Etagen. Insgesamt bietet das Büro Platz für etwa 78 Mitarbeiter. Die Produktionshalle umfasst einen offenen Produktionsbereich mit Lagermöglichkeiten sowie drei separate PGS-15-Räume für Gefahrstoffe. Das Gelände wird mit 82 Parkplätzen ausgestattet, mit Erweiterungsmöglichkeiten für 45 zusätzliche Stellplätze. Auch die Produktionsstätte sei, soweit möglich, auf Wachstum vorbereitet, so Van der Linden. “Dadurch kann Intracare in Zukunft um etwa 1.060 m² expandieren.”
Die neue Halle wurde mit einer Stahlkonstruktion, Stahldachplatten und einem isolierten Betonsockel errichtet, auf dem Sandwichplatten und ein geneigter Betonboden aufliegen. “Für das Büro wurde eine Stahlkonstruktion mit Hohlkammerplatten für das 1. und 2. Obergeschoss sowie die Dachdecke gewählt, ebenso wie ein isolierter Betonsockel, auf dem Sandwichpaneele angebracht sind. Die PGS-Räume sind ihrerseits mit 120 Minuten feuerbeständigen Betonwänden und Türen mit Flüssigkeitssperre ausgestattet.” Zwei dieser Räume sind mit Löschgassystemen ausgestattet, und einer ist mit einer Sprinkleranlage versehen. “Darüber hinaus gibt es einen separaten ATEX-Raum. Die Böden in den Produktions- und Versandbereichen sind stark geneigt, sodass Löschwasser direkt in den Löschwasserkeller abgeleitet wird.”
Eine besondere Herausforderung stellte vor allem die Ausarbeitung der Bodenrinnen und deren Anbindung an den Löschwasserkeller dar, erzählt Van der Linden. “Aufgrund der verwendeten Flüssigkeiten mussten Kunststoffabläufe vermieden werden, weshalb man sich für Betonlösungen entschieden hat. Das Besondere an diesem Neubau ist, dass auf einer relativ kleinen Fläche sehr viele verschiedene Bauverfahren und Techniken zum Einsatz kamen, die jeweils ihre eigenen Anforderungen, Vorschriften und Kundenwünsche mit sich brachten.”