An der Hertoglaan in Vught entsteht ein neues Wohngebäude mit 54 nachhaltigen Mietwohnungen. Das Projekt, das Teil der Neugestaltung des „Hart van de Baarzen“ ist, verbindet konventionellen Wohnungsbau mit einer besonderen Wohnform: Achtzehn altersgerechte Wohnungen sind für blinde und sehbehinderte Erwachsene mit erhöhtem Betreuungsbedarf vorgesehen. Für Van Hees Elektrotechniek & ICT macht gerade diese Kombination das Projekt technisch interessant. Wie entwirft und realisiert man die Technik für ein Gebäude, in dem selbstständiges Wohnen, Pflege, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit zusammenkommen? Wir haben Projektleiter Paul Kot dazu befragt.
“Man realisiert ein einziges Gebäude, das jedoch von verschiedenen Nutzergruppen genutzt wird. Das erfordert, über ein Standard-Installationskonzept hinauszudenken”, erklärt Kot. “Die Technik muss auf die Bewohner und deren tägliche Nutzung abgestimmt sein. Nicht die Anlage steht im Mittelpunkt, sondern der Nutzer.”
Im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft Charlotte van Beuningen errichtet Huybregts Relou das neue Wohngebäude an der Ecke Hertoglaan und Van Sasse van Ysseltstraat. Alle Mietwohnungen werden hochwertig gedämmt und mit nachhaltigen Anlagen wie Wärmepumpen, Fußbodenheizung und Fußbodenkühlung ausgestattet. Unter anderem dank Solarmodulen erreichen die Wohnungen die Energieeffizienzklasse A+++.
Im Wohnungsbau wurde die Elektrotechnik lange Zeit vor allem anhand eines Standard-Installationskonzepts angegangen. Zählerschrank, Schaltmaterial, Beleuchtung und Anschlusspunkte bildeten die Grundlage. Laut Kot verändert sich dieser Ansatz zunehmend. “Gebäude werden technisch immer komplexer, doch gleichzeitig muss die Bedienung für die Bewohner einfach und logisch bleiben. Das erfordert mehr Aufmerksamkeit bereits in der Planungsphase. Wer wohnt hier? Wie wird ein Raum genutzt? Und welche technischen Lösungen unterstützen den Bewohner?”
An der Hertoglaan gewinnt diese Frage besondere Bedeutung. Für Bewohner mit einer Sehbehinderung ist die Art und Weise, wie die Technik eingesetzt und bedient wird, von großer Bedeutung. “Als Installateur muss man vermeiden, automatisch auf das zurückzugreifen, was man immer tut. Eine Lösung, die für den einen Bewohner selbstverständlich ist, muss das für einen anderen Bewohner keineswegs sein. Deshalb ist es wichtig, dass man versteht, für wen man baut.” Das bedeutet laut Kot nicht, dass die Technik komplizierter werden muss. “Gute Technik fällt gerade so wenig wie möglich auf. Sie muss selbstverständlich funktionieren und die Bewohner in ihrem Alltag unterstützen. Die Technik muss sich an den Nutzer anpassen, nicht umgekehrt.”

Bei einem Projekt, bei dem Wohnen, Pflege und Nachhaltigkeit zusammenkommen, ist ein ganzheitlicher Ansatz unerlässlich. Van Hees arbeitet eng mit Huybregts Relou und den anderen Baupartnern zusammen, um alle technischen Entscheidungen frühzeitig abzustimmen. “Ein Elektrotechniker kann nicht nur seine eigene Anlage betrachten. Viele technische Entscheidungen betreffen mehrere Fachbereiche. Die Lage der Anlagen beeinflusst die bauliche Ausführung, nachhaltige Energiesysteme erfordern eine Abstimmung zwischen elektrotechnischen und maschinentechnischen Anlagen, und Sicherheitsvorkehrungen müssen auf die Nutzung des Gebäudes abgestimmt sein.”
Laut Kot liegt die Stärke darin, diese Schnittstellen frühzeitig zu besprechen. “Die besten Lösungen entstehen, wenn verschiedene Fachbereiche gemeinsam über das gesamte Gebäude nachdenken und den Nutzer in den Mittelpunkt stellen.” Ein großer Teil der Qualität eines Projekts wird seiner Meinung nach bereits vor Beginn der Ausführung bestimmt. “Auf der Baustelle braucht man Klarheit. Die Monteure müssen wissen, was sie umsetzen sollen und warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Je besser die Vorbereitung und die Planung, desto reibungsloser verläuft der Ausführungsprozess.”
Während Strom früher vor allem für die Beleuchtung und Steckdosen benötigt wurde, bildet er heute die Grundlage für immer mehr Gebäudefunktionen. “Strom spielt in Gebäuden eine immer zentralere Rolle. Heizung, Kühlung, Stromerzeugung und Gebäudemanagementsysteme sind zunehmend auf eine zuverlässige elektrische Infrastruktur angewiesen.” Das erfordert laut Kot vorausschauendes Denken. “Man betrachtet nicht nur die heute benötigte Leistung, sondern muss auch über Parallelität, Verteilung und die Art und Weise nachdenken, wie Anlagen aufgebaut werden. Gebäude und Nutzung verändern sich ständig. Was wir heute realisieren, muss auch in Zukunft logisch und überschaubar bleiben.” Die Energiewende erweitert damit die Rolle des Elektrotechnikers. “Unser Fachgebiet beginnt immer weniger beim Kabel und immer häufiger bei der Frage, was ein Gebäude benötigt. Engineering und Kenntnisse über das gesamte Gebäude werden immer wichtiger.”
Auch wenn die technischen Anlagen größtenteils aus dem Blickfeld verschwinden, bestimmen sie doch tagtäglich die Sicherheit, die Selbstständigkeit und den Komfort der Bewohner. “Wir arbeiten an einem Gebäude, als wäre es ein Projekt, aber für die Bewohner wird es zu ihrem Zuhause. Sie müssen sich auf Anlagen verlassen können, die sicher, komfortabel und logisch funktionieren.” Bei Van Hees werden daher Engineering, Ausführung und Fachwissen ganzheitlich miteinander verknüpft. “Die Technik wird immer komplexer, aber die Lösung muss für den Nutzer gerade einfacher werden. Schließlich bauen wir nicht für eine Zeichnung oder eine Leistungsbeschreibung, sondern für Menschen. Wenn unsere Technik den Bewohnern hilft, angenehm, sicher und so selbstständig wie möglich zu wohnen, dann haben wir unsere Arbeit gut gemacht.”
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