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Ein Meilenstein der Eisenbahngeschichte in Haarlem

Ein Meilenstein der Eisenbahngeschichte in Haarlem

Eine 200 Meter lange und 11 Meter hohe Halle auf einem Gelände zu errichten, auf dem kaum Platz zum Bauen vorhanden ist. Das war die Herausforderung für Visser & Smit Bouw bei der Realisierung der neuen Triebwagenhalle in Haarlem. Im Auftrag von NedTrain entstand hier der letzte Baustein des NS-Zugmodernisierungsgeländes (NSTM), einem Standort mit einer reichen Eisenbahngeschichte, an dem intelligentes Ingenieurwesen, komplexe Baulogistik und Gleiswartung zusammenkommen.

Haarlem nimmt in der niederländischen Eisenbahngeschichte einen besonderen Platz ein. Schon seit der ersten Eisenbahnverbindung zwischen Amsterdam und Haarlem werden an diesem Standort Züge gewartet. Er hat sich zu einem Modernisierungsstandort entwickelt, an dem das gesamte auf den niederländischen Schienen verkehrende Rollmaterial kleine bis umfangreiche Wartungsarbeiten erhält. Die neue Triebzughalle bildet dabei den krönenden Abschluss. “Das Herzstück der Halle ist Gleis 1. Dort kann ein kompletter Zug mit maximal acht Wagen auf einmal von seinen Drehgestellen abgehoben werden”, erklärt Dennis van Poppel, Projektleiter bei Visser & Smit Bouw. “Die Drehgestelle werden anschließend zur vollständigen Überholung in eine andere Halle gebracht, woraufhin die überholten Exemplare wieder unter den Zug montiert werden. Eine Art Boxenstopp also, aber im echten Zugmaßstab.”

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Stahlskelett

Technisch gesehen ist die Halle mindestens ebenso außergewöhnlich wie ihre Funktion. Die Gleisgruben befinden sich in einer halb versenkten baulichen Wanne. Das Bodenniveau liegt etwa einen halben Meter unter dem Geländeniveau, sodass die Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten mit den Hüften auf Schienenhöhe stehen. Das erleichtert die Arbeit an Bauteilen unter dem Zug erheblich. “Die Tragkonstruktion besteht aus einem Stahlskelett, wobei die Stützen gleichzeitig die Schienen stützen. Die Fassade besteht aus Sandwichpaneelen und Aluminiumverbundwerkstoff. Oberlichter sorgen für Tageslicht, während eine große Fensterfront entlang der öffentlichen Straße buchstäblich einen Einblick in die Arbeit gewährt. So kann auch die Umgebung sehen, was im Inneren vor sich geht”, sagt Van Poppel.

Bauen auf einer Briefmarke

Die größte Herausforderung lag seiner Meinung nach nicht über der Erde, sondern darunter und drum herum. “Alte Fundamente, Holzpfähle und gemauerte Abwasserkanäle erinnerten an die lange Geschichte des Geländes”, erzählt Van Poppel. “Außerdem waren Sanierungsmaßnahmen erforderlich, und der Grundwasserspiegel lag hoch. Spundwände und Entwässerungsmaßnahmen waren notwendig. Und dann gab es noch das größte Problem: Platz. Der verfügbare Bauraum war äußerst begrenzt. Die neue Halle wurde zwischen bestehenden Gebäuden, Infrastruktur und Wasserläufen errichtet, während der Betrieb auf dem Gelände weiterlaufen musste. Zwischen der bestehenden Halle und dem Neubau passte an manchen Stellen kaum mehr als ein Auto hinein.”

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Gerade unter diesen Umständen zeigte sich die Stärke von Visser & Smit Bouw. “Indem wir von Anfang an die Planung, die Baulogistik und die Ausführung eng aufeinander abgestimmt haben, konnte jeder Quadratmeter optimal genutzt werden”, betont Van Poppel. “Die Arbeiten wurden sorgfältig in Phasen unterteilt und kontinuierlich mit NedTrain und den beteiligten Baupartnern abgestimmt. So wurden Baustraßen über bereits errichtete Pfähle angelegt, und jede abgeschlossene Bauphase schuf buchstäblich Platz für die nächste. Dadurch konnte die Halle sicher und kontrolliert errichtet werden, ohne die Kontinuität der Aktivitäten auf dem Gelände aus den Augen zu verlieren.”

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Intelligente Lösungen

Auch bei der Ausführung wurde laut Van Poppel kontinuierlich nach intelligenten Lösungen gesucht. “Für die Realisierung der Gleisgruben haben wir eine maßgeschneiderte Schalung entwickelt. Durch den Einsatz spezieller Stahlschalungselemente konnten die Anker direkt während des Betoniervorgangs mit eingegossen werden. Dadurch wurden Nachbearbeitungen, Bohrarbeiten und Ausführungsrisiken erheblich reduziert und die Bauzeit deutlich verkürzt.”

Ein weiteres auffälliges Detail in der Halle sind die rund vierzig Oberlichter. “Unter jedem Oberlicht befindet sich ein vorgefertigter Lampenschirm, der direkt ab Werk auf dem Dach montiert werden konnte. So fällt reichlich Tageslicht herein, ohne dass die Mitarbeiter direkt von der Sonne geblendet werden.” Auch für diese maßgeschneiderte Lösung brachte Visser & Smit Bouw die richtigen Partner zusammen, um im Rahmen des anspruchsvollen Entwurfs und des begrenzten Bauraums eine effiziente, praktisch umsetzbare Lösung zu finden.

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Geschichte, die im Neubau sichtbar wird

Auch die Vergangenheit hat im Neubau ihren Platz gefunden. Van Poppel: “Von einem alten Gebäude auf dem Gelände haben wir die Stahlsäulen mit den originalen Nieten wiederverwendet, um Alt und Neu miteinander zu verbinden. Die Idee, auch die Fassadensteine wiederzuverwenden, wurde aufgrund des geplanten Bildqualitätsplans abgelehnt. Aber diese Steine sind nicht verloren gegangen, denn sie erhielten schließlich in einem Wohnhaus ein zweites Leben.”

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Visser & Smit Bouw hat das Projekt von September 2023 bis März 2026 mitten in einem in Betrieb befindlichen Bahnbereich realisiert, in dem Sicherheit, Erreichbarkeit und Kontinuität der Betriebsprozesse ständig gewährleistet werden mussten. Was Van Poppel unter anderem in Erinnerung geblieben ist, ist, “dass das Bauen auf einer so kleinen Fläche bedeutet, dass man manchmal buchstäblich auf seiner eigenen Arbeit steht, während man versucht, das nächste Bauteil zu errichten.”

Dank einer Kombination aus intelligenter Technik, präziser Baulogistik und intensiver Zusammenarbeit mit den Baupartnern konnte die Triebwagenhalle planmäßig fertiggestellt werden. Ab Ende dieses Jahres werden die ersten Triebwagen in der neuen Halle eintreffen, sodass sie nach Überholung und Wartung schneller wieder auf die Gleise zurückkehren können. ‎‎

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