Bei der Nachhaltigkeit im Bauwesen geht es nicht nur um Ambitionen und Klimaziele, sondern vor allem um die Frage, wie diese Ziele in der Praxis in einer Produktionsumgebung umgesetzt werden können. Bei De Hoop Pekso in Oosterhout nimmt diese Energiewende immer konkretere Formen an. Nachhaltigkeit ist dort kein isoliertes Projekt, sondern Teil der täglichen Produktion von Breitplattenböden. Der Fokus liegt auf einer geringeren Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, einer besseren Kontrolle des eigenen Energieverbrauchs und einer datengestützten Steuerung.
Laut Frits Simons, Geschäftsführer von De Hoop Pekso, entsteht echter erst dann echter Fortschritt, wenn Nachhaltigkeit in der Fabrik und in den Prozessen umgesetzt wird. Dies erfordert eine schrittweise Veränderung der Arbeitsweise. Ein sichtbares Beispiel dafür sind die Solarmodule am Standort in Oosterhout. Der erzeugte Strom wird direkt im Produktionsprozess genutzt. Damit wandelt sich Energie von einem ungewissen Kostenfaktor zu einem strategischen Produktionsfaktor.

Diese Veränderung wirkt sich auf die Gestaltung der Produktion aus. Energie wird nicht mehr als selbstverständlicher Input betrachtet, sondern als eine Variable, die aktiv gesteuert werden kann. Ein wichtiges Beispiel ist die Aushärtungskammer, in der Betonelemente unter kontrollierten Bedingungen aushärten. Dieser Prozess war traditionell stark von Gas abhängig. Durch die teilweise Elektrifizierung und die Nutzung eigener Solarenergie wird der Gasverbrauch nun deutlich reduziert. Das sorgt für weniger CO₂-Emissionen, mehr Kontrolle über die Energiekosten und eine geringere Anfälligkeit gegenüber Preisschwankungen.
Auch Wärmepumpen spielen dabei eine Rolle. Diese ersetzen an verschiedenen Stellen den Einsatz von Erdgas zur Beheizung von Prozessen und Räumen. In Kombination mit eigener Energieerzeugung entsteht ein System, in dem sich die Maßnahmen gegenseitig verstärken. Das erfordert Investitionen und einen langen Atem, doch laut Simons ist vorausschauendes Denken unerlässlich. Wer wartet, bis alles sicher ist, ist zu spät dran.
Daten spielen dabei eine wichtige Rolle. Über ein Energiemanagementsystem erhält De Hoop Pekso in Echtzeit Einblick in den Verbrauch, die Spitzenlasten und die Effizienz. Dadurch lassen sich nicht nur nachträgliche Analysen durchführen, sondern auch aktive Anpassungen vornehmen. Produktionsprozesse können besser auf Zeitpunkte abgestimmt werden, zu denen viel eigene Energie verfügbar ist, während Verbrauchsspitzen besser begrenzt werden können. So wachsen Energie, Planung und Produktion zunehmend zu einem einheitlichen System zusammen.
Auch der innerbetriebliche Transport wird Schritt für Schritt nachhaltiger gestaltet. Dieselfahrzeuge werden durch elektrische Alternativen ersetzt, wobei die rauen Bedingungen in der Produktionsumgebung berücksichtigt werden. Dies senkt die Emissionen und trägt zu einer saubereren und leiseren Arbeitsumgebung bei. Für Bauunternehmer und Auftraggeber gewinnt diese Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle bei Ausschreibungen, Vorschriften und Berichtspflichten. Kunden fragen nicht nur nach Preis und Zeitplan, sondern auch nach CO₂-Reduzierung, Energieverbrauch und Herkunft der Materialien. Laut René Verstraete, Vertriebsleiter bei De Hoop Pekso, ist es daher wichtig, nicht nur ein überzeugendes Argument zu haben, sondern auch die Daten, um dieses Argument zu untermauern.
Der Ansatz von De Hoop Pekso zeigt, dass Nachhaltigkeit in der Fertigbauindustrie über einzelne Maßnahmen hinausgeht. Durch die Verknüpfung von Energieerzeugung, Elektrifizierung und datengestützter Optimierung entsteht eine Produktionsumgebung, in der sich Nachhaltigkeit und Effizienz gegenseitig verstärken. Damit wird die Nachhaltigkeit nicht nur zu einer Verpflichtung, sondern auch zu einem Mittel, um das Unternehmen stärker, stabiler und zukunftssicherer zu machen.
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