Ein modulares Haus lässt sich mit einem Bausatz vergleichen. Jedes modulare Haus wird fertig aus der Fabrik zur Baustelle geliefert und kann dort sofort aufeinandergestapelt werden. Das funktioniert nur, wenn auch der Stahl innerhalb enger Maßvorgaben bleibt. Beim Projekt „De Nieuwe Kern“ in Ouder-Amstel ging diese Herausforderung noch einen Schritt weiter. Das Gebäude wurde höher als vom System berechnet und war somit schwerer. Vic Obdam Staalbouw lieferte den Stahl und passte dafür einen Teil der eigenen Fabrik an.
Vic Obdam ist seit über vierzig Jahren im Stahlbau tätig. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 85 Mitarbeiter und fertigt Stahlkonstruktionen für unterschiedlichste Projekte – von groß angelegten Sanierungen wie dem Binnenhof in Den Haag bis hin zum modularen Wohnungsbau. “Unsere Stärke liegt darin, dass wir nicht nur das umsetzen, was auf der Zeichnung steht”, erklärt der technische Leiter Pieter Klijn. “Unsere Mitarbeiter sind es gewohnt, mitzudenken. Wenn etwas nicht auf Anhieb möglich ist, suchen wir nach einer Lösung, wie es doch möglich wird.”
Diese Art der Zusammenarbeit passt gut zu Ursem Modulaire Bouwsystemen. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren zusammen. Vic Obdam fertigt unter anderem Stahlbauteile für die modularen Häuser, die Ursem im Werk herstellt. “Wir glauben fest an langfristige Beziehungen”, sagt Klijn. “So lernt man sich gegenseitig und die jeweiligen Prozesse gut kennen. Man ist nicht nur Lieferant, sondern ein echter Partner in der Lieferkette.”
Für “De Nieuwe Kern” kam diese Zusammenarbeit sehr gelegen. Das Projekt erforderte einen anderen Ansatz als frühere modulare Wohnungsbauprojekte. Das neue Bausystem musste für Gebäude mit bis zu acht Stockwerken geeignet sein. Daher waren größere und schwerere Stahlprofile erforderlich. “Da kann man nicht einfach das bestehende System vergrößern”, erklärt Produktionsleiter Paul Hoedjes. „Bei größeren Profilen hat man zum Beispiel auch mit anderen Toleranzen zu tun. Deshalb haben wir uns gemeinsam überlegt: Welche Profile verwenden wir, wie fertigen wir die Bauteile und wie stellen wir sicher, dass Ursem sie später schnell und problemlos in der Fabrik verarbeiten kann?“

Das bedeutete viel Abstimmung, Berechnungen und Tests. Es wurden Prototypen und Modelle angefertigt und verschiedene Lösungen miteinander verglichen. Dabei ging es nicht nur um die technische Machbarkeit. Auch die Verfügbarkeit und die Kosten der Profile spielten eine Rolle. “Manche Stahlprofile werden häufiger gewalzt und sind daher leichter erhältlich und kostengünstiger”, erklärt Klijn. “All das berücksichtigt man bereits in der Vorphase.” Auch der Materialverbrauch wurde berücksichtigt. Durch eine geschickte Betrachtung der Handelslängen und der benötigten Bauteile versuchte Vic Obdam, Restmaterial so weit wie möglich zu reduzieren.
Anschließend musste die Lösung serienmäßig hergestellt werden können. Gerade beim modularen Bauen ist Maßhaltigkeit unerlässlich: Jedes Bauteil muss immer wieder genau passen. Vic Obdam entwickelte daher spezielle Fertigungsformen für die schweren Bauteile. Hoedjes: “Wir haben einen Teil unserer Fabrik auch darauf umgerüstet. So können wir die Formen kippen und die Bauteile mit möglichst wenigen Arbeitsschritten fertigen. Das beschleunigt den Prozess, hilft uns aber vor allem dabei, jedes Mal die gleiche Qualität zu liefern.”
Gerade diese Kombination aus handwerklichem Können, Produktionswissen und mitdenkendem Ansatz macht das Projekt für Vic Obdam interessant. “Das Schöne daran ist, dass wir unser Wissen einsetzen können, um gemeinsam mit unserem Kunden eine Lösung zu finden”, sagt Klijn. “Nicht einfach nur sagen: Das ist der Stahl, den ihr angefordert habt, sondern gemeinsam überlegen, wie wir etwas tatsächlich umsetzbar machen können. Genau diese Art der Zusammenarbeit gibt uns Energie.”
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