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Der Durchgangsbahnhof 90 setzt neue Maßstäbe im Rundbau
Der Durchgangsbahnhof 90 ist ein Beispiel für intelligente Wiederverwendung.

Passage 90 setzt neue Maßstäbe im Rundbau

Schiphol unternimmt mit dem Passage Point 90 (DLP 90), einem nachhaltigen Sicherheitsposten für Fahrzeuge und Personal auf der Luftseite, einen großen Schritt in Richtung nachhaltiges Bauen. DLP 90 ist mehr als ein funktionales Gebäude: Es ist ein Pilotprojekt für die Zukunft des kreisförmigen Bauens.

Dank der Zusammenarbeit zwischen Benthem Crouwel NACO, BAM, Peutz und FPC konnte ein energieneutrales Gebäude realisiert werden. Vorhandene Stahlkonstruktionen, Fenster, Türen, Sanitäranlagen, Küchen und LED-Beleuchtung werden einem neuen Zweck zugeführt. Dadurch erreicht der Entwurf einen Building Circularity Index (BCI) von 68% Kreislauf. Der höchste erreichbare Wert liegt bei 80%; 68% ist also eine gute Leistung. “Dieses Projekt zeigt, dass die Wiederverwendung von Materialien möglich ist und zu einer innovativen und nachhaltigen Architektur führt”, sagt Alina Zaytseva, Architektin bei Benthem Crouwel NACO. Mit einem Dach aus lichtdurchlässigen, bifazialen Solarzellen, einer Hybridkonstruktion aus wiederverwendeten und biobasierten Materialien und einer sorgfältig gestalteten Arbeitsumgebung setzt Schiphol einen neuen Standard. “Jeder im Team war hoch motiviert, dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen”, fügt Alberte van Santen, Projektmanagerin bei NACO, hinzu.

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Das Dach aus lichtdurchlässigen bifazialen Solarzellen.

Intelligente Umgestaltung und kreisförmige Entscheidungen 

Der Bau von DLP 90 wurde durch eine weitreichende Entwicklung veranlasst: die Verlängerung der Rollbahn von Schiphol über die Autobahn A4. Dies bedeutete, dass der alte Kreuzungspunkt verlegt werden musste. Schiphol sah dies als eine Gelegenheit, kreisförmiges Bauen in die Praxis umzusetzen. Benthem Crouwel NACO untersuchte daher drei Szenarien: die Verlegung der bestehenden Kreuzungsstelle, ein vollständig biobasiertes Gebäude oder ein Gebäude, das alte Abbruchmaterialien wiederverwendet. Letztendlich entschied man sich für eine Kombination aus dem zweiten und dritten Szenario. “Wir haben Materialien aus einem abgerissenen Schuppen wiederverwendet und neue biobasierte Materialien hinzugefügt”, erklärt Zaytseva. “So haben wir ein Gleichgewicht zwischen Nachhaltigkeit und architektonischer Einbindung gefunden.”

Wiederverwendung und innovative Materialien 

DLP 90 ist ein Musterbeispiel für intelligente Wiederverwendung. Vorhandene Stahlkonstruktionen, Fenster, Türen, Sanitäranlagen, Küchen und LED-Beleuchtung erhielten ein zweites Leben. “Eine der größten Herausforderungen war es, sicherzustellen, dass diese Materialien den strengen Qualitätsanforderungen entsprechen”, sagt Van Santen. Es wurden auch biobasierte Materialien verwendet. Die Sicherheitsloge ist aus Holz, mit einer Aluminiumverkleidung für ein einheitliches Erscheinungsbild. Das gesamte Dach ist mit lichtdurchlässigen, bifazialen Solarpaneelen bedeckt, die auf natürliche Weise Energie erzeugen, aber auch ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen. “Wir haben die Solarpaneele direkt als Dacheindeckung verwendet”, erklärt Zaytseva. “Das spart nicht nur Material, sondern nutzt auch den Platz optimal aus. Um ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen, wurde auch der Schalldämmung des Gebäudes große Aufmerksamkeit geschenkt. Auch wenn der Flugverkehr nur wenige Meter entfernt ist. 

Ein Modellprojekt für Schiphol 

DLP 90 ist nicht nur ein funktionaler Durchgang, sondern auch eine Blaupause für künftige Sicherheitsgebäude, wie z. B. Flughafendurchgänge. Während der Entwicklung wurde ein Bau-Toolkit erstellt, das es einfacher macht, künftige Projekte auf kreisförmige Weise zu planen. “Wir haben viel über Urban Mining gelernt, d. h. über die effiziente Wiederverwendung von Abbruchmaterialien”, sagt Zaytseva. “Mit diesem Wissen wird kreislauforientiertes Bauen mehr und mehr machbar. Schiphol arbeitet auch an einer Materialdrehscheibe, in der wiederverwendbare Materialien für künftige Projekte des Flughafens zwischengelagert werden sollen. Auch bei der Landschaftsgestaltung wird auf Nachhaltigkeit geachtet: Pflegeleichte Bepflanzungen wie Birken verringern den Hitzestress und verbessern den Arbeitsplatz.

Die kreisförmige Zukunft beginnt heute 

Mit DLP 90 beweist Schiphol, dass kreisförmiges Bauen machbar ist, denn das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein kreisförmiger, energieneutraler Grenzübergang, völlig gasfrei und mit dem Energielabel A++++. Die Kombination aus Wiederverwendung, biobasierten Materialien und innovativen Techniken macht dieses Projekt zu einem Meilenstein der nachhaltigen Stadtplanung. “Wir haben gezeigt, dass Wiederverwendung kein Kompromiss sein muss”, sagt Van Santen. “Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem CO2-neutralen und abfallfreien Flughafen.” Zaytseva fügt hinzu: “Jeder wollte beweisen, dass Kreislaufbau in dieser Größenordnung funktionieren kann. Und das ist uns gelungen. Dieses Projekt passt sehr gut zu den Ambitionen von Schiphol, bis 2050 vollständig kreislauforientiert zu sein. Und es ist wunderbar, einen Beitrag dazu zu leisten.”   

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