Mehr als zwanzig Neubauten, die mit Steinimitatplatten verkleidet sind. Sieben Jahre nach der Fertigstellung muss die Fassade bereits umfassend saniert werden. Kosten: 280.000 Euro. Für Jeroen Hendrikse, Geschäftsführer des Instandhaltungsberatungsunternehmens REGEON, ist genau dies eine Lehre für die Branche. “Viele Probleme entstehen dadurch, dass Wissen, Ausführung und Kontrolle nicht ausreichend aufeinander abgestimmt sind.”
Hendrikse sieht die Folgen unsachgemäßer Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen eines Projekts: von Fassaden und Fensterrahmen bis hin zu Dächern und Dachrinnen. Auch isolierte Fassadensysteme bereiten ihm Sorgen. “Ein solches System bildet die Hülle eines Gebäudes. Es ist zwar kein tragender Bestandteil, aber wenn sich Teile lösen, entsteht eine Gefahr. Als Verarbeiter muss man KOMO/KIWA-zertifiziert sein, aber das Anbringen von Fassaden darf jeder.” Dieser Unterschied steht laut Hendrikse in keinem Verhältnis zu den Risiken.
Seiner Meinung nach ergibt sich daraus ein umfassender Auftrag für die Instandhaltungsbranche. “An Wissen mangelt es nicht. Die Herausforderung liegt in der Anwendung, der Sicherung und dem Verhalten auf der Baustelle. Genau dort zeigt IBS Afbouw in der Praxis, wie wichtig Fachkompetenz und Kontrolle sind.” Aus diesem Grund setzt REGEON neben Projektberatung und Inspektionen auch auf Wissensvermittlung über die REGEON Academy. “Die Branche verfügt über viel Wissen, doch dieses gelangt noch zu oft an die falschen Stellen. Geschäftsführer und Projektleiter hören sich die Erläuterungen an, während gerade die Umsetzung den Unterschied ausmacht.”

Seitdem die Bau- und Wohnungsaufsicht in der Praxis weggefallen ist, stützt sich die Branche auf das Qualitätssicherungsgesetz. Für Hendrikse läuft es auf eines hinaus: Man muss seine Arbeit nachweisen können. Wer den Feuchtigkeitsgehalt eines Untergrunds misst, weiß im Voraus, ob die Haftung Aussicht auf Erfolg hat. Wer Fotos von dem macht, was später nicht mehr zu sehen sein wird, kann im Nachhinein zeigen, dass alles stimmte. “Dass man wirklich nachweisen kann, dass die Arbeit gut gemacht wurde. Das geht nur, indem man es messbar macht, wie IBS Afbouw in der Praxis zeigt.” Dieser Ansatz wirkt in beide Richtungen. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, zeigen die Messungen und Berichte auf, wo der Fehler lag. Hendrikse vergleicht dies mit der Luftfahrt, wo jeder Vorfall genauestens untersucht wird, um daraus zu lernen.
Genau diese Herangehensweise spiegelt sich in der Arbeitsweise von REGEON und IBS Afbouw wider. Jedes Projekt beginnt mit einer Bestandsaufnahme, bei der die Inspektoren vor Ort nach Anhaltspunkten suchen. Hendrikse vergleicht dies mit einem Ermittler am Tatort. Ein Holzfeuchtigkeitsmesser am Fensterrahmen, ein Fugenmessgerät in einem Riss, eine Prüfung der Luftdichtheit von Fensterrahmen, Türen und Anschlüssen: Das sind Fakten.