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671 Formfenster, kein rechter Winkel

671 Formscheiben, kein rechter Winkel

Eine Fassade mit 671 Formscheiben, fast keine rechten Winkel und eine Konstruktion, die Maßarbeit erfordert: Die International School Utrecht (ISU) im Uithof ist ganz sicher kein Standard-Fassadenprojekt. Gebrs Bos setzt diesen außergewöhnlichen Entwurf derzeit Schritt für Schritt in die Tat um. Gemeinsam mit Schüco wurde ein spezielles Vorhangfassadensystem entwickelt, mit dem die komplexe Fassade dennoch beherrschbar und maximal vorgefertigt werden konnte.

“Konstruktiv wird die Fassade von doppelten, durchgehenden Pfosten getragen, die die Kräfte auf die Decken übertragen”, erklärt Jan Bos von Gebrs Bos. “In den horizontalen Fensterpartien wurden sogenannte autonome Knotenpunkte eingesetzt. Dafür haben wir ein speziell angefertigtes Stahlkreuz unsichtbar in die Holzkonstruktion integriert, um für ausreichende Stabilität und eine kontrollierte Kraftübertragung zu sorgen.”

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Komplexe Fassadenelemente

Oberhalb und unterhalb der Fensterfronten schließen vorgefertigte HSB-Elemente von VKP an. “Horizontal durchgehende Träger sorgen dafür, dass das Fassadensystem als Einheit funktioniert”, sagt Bos. Um nichts dem Zufall zu überlassen, fertigte Gebrs Bos im Vorfeld zwei Testelemente an, in denen so viele Details wie möglich vereint wurden. “Diese wurden vor Beginn der Serienproduktion auf Wind- und Wasserdichtigkeit geprüft. Anschließend haben wir 196 komplexe Fassadenelemente hergestellt, mit einer Kapazität von sechs Elementen pro Woche über einen Zeitraum von gut 32 Wochen. VKP hat diese Elemente im Auftrag von Van Wijnen in Kombination mit den dichten HSB-Elementen für die Musterfassade montiert.”

Besondere Materialauswahl

Auch die Materialauswahl für die Fassade ist außergewöhnlich. “Der Architekt hatte ursprünglich alles aus Accoya geplant, doch diese modifizierte Holzart lässt sich konstruktiv nicht einsetzen. Deshalb haben wir für das Fachwerk eine Alternative in Form von laminiertem, fingerverzinktem Fichtenholz vorgeschlagen”, sagt Bos. “An den Stellen, an denen Brandschutzanforderungen galten, haben wir auf Massivholz aus Meranti mit einer besonders hohen Gewichtsklasse zurückgegriffen. Wir haben also drei verschiedene Holzarten verwendet, die farblich an Accoya angepasst wurden.”

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Holzfensterrahmen in Aluminiumoptik

Als ob das noch nicht genug wäre, hat Gebrs Bos zudem einen speziellen Einbaurahmen für das Vorhangfassadensystem entwickelt, der für die 75 trapezförmigen Fenster vorgesehen ist. “Gemäß den Anforderungen von ”Frisse Scholen‘ müssen in die Musterfassade Fenster eingebaut werden, die sich öffnen lassen. Ursprünglich waren diese in einer Aluminiumausführung vorgesehen. Im Laufe des Projekts stellte sich jedoch heraus, dass dies nicht realisierbar war. Deshalb haben wir selbst einen Einbaurahmen aus Accoya entwickelt, in den ein Drehfenster eingebaut ist, das zudem auf Wind- und Wasserdichtigkeit geprüft wurde. Um dem vom Architekten angestrebten Erscheinungsbild dennoch nahezukommen, wurden diese Rahmen in einem schwarzen, deckenden Farbton lackiert.“

Das Ergebnis zeige, was möglich ist, wenn Architektur, Technik und handwerkliches Können von Anfang an zusammenkommen, betont Bos. “Was auf dem Papier komplex erscheint, wird auf der Baustelle letztendlich zu einer realisierbaren Fassade.” ‎‎

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