Ein Gebäude für die akute psychische Gesundheitsversorgung (GGZ) muss nicht unbedingt geschlossen und unnahbar wirken. Das beweist die neue High Intensive Care (HIC) der GGZ Noord-Holland-Noord in Heiloo. Das Gebäude verbindet eine offene, fast schon städtische Gestaltung mit einer robusten und nachhaltigen Bauweise. De Geus Bouw realisiert das Projekt und arbeitet derzeit auf die Fertigstellung hin.
Das HIC ist für Akutaufnahmen vorgesehen und bietet Platz für verschiedene Zielgruppen: von Jugendlichen bis zu Senioren. Anstatt diese Gruppen auf separate Gebäude zu verteilen, wurden sie in einem einzigen Pflegegebäude mit sechs Clustern zusammengeführt. Jeder Cluster hat einen eigenen Charakter, der auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt ist. “Diese Vision spiegelt sich buchstäblich in der Architektur und der Raumaufteilung wider”, sagt Brenden Scheltema, Betriebsleiter bei De Geus Bouw. “Vom zentralen Eingang aus verläuft eine Art ‘Straße’ nach links und rechts in das Gebäude hinein. Auf beiden Seiten befinden sich verschiedene Cluster. Die zugrunde liegende Pflegephilosophie besteht darin, dass sich die Bewohner schrittweise nach vorne arbeiten und schließlich wieder auf die Straße hinaus in die Außenwelt gelangen können.”

Die gestalterische Umsetzung unterstreicht diesen Gedanken. Innerhalb der Cluster sind die Wände schlicht und funktional gestaltet, während die zentrale Straße einen warmen Terrakotta-Farbton aufweist, der sich auch an den Wänden wiederfindet. Holzbalken und viel Tageslicht verleihen dem 80 Meter langen Gang eine offene und fast schon im Freien anmutende Atmosphäre. Holz spielt zudem sowohl im Innenbereich als auch an der Fassade eine herausragende Rolle.

Auch in baulicher Hinsicht ist das Projekt außergewöhnlich. “Der Rohbau besteht aus einer Kombination verschiedener Materialien. Die Basis bildet ein traditionelles Fundament mit isolierten Hohlkammerplatten. Darauf ruht eine Stahlkonstruktion, die an Stellen, an denen Gewichtsreduzierung wichtig ist, mit Holzbauteilen kombiniert wird,

”Zum Beispiel über dem zentralen Flur. Dort wurden ebenfalls Holzfußbodenelemente verbaut“, erklärt Scheltema. Der Grundriss ist übrigens ziemlich zukunftssicher. ”Nur die Aufzugsschächte sind aus Kalksandstein ausgeführt, etwa 95 Prozent der Innenwände bestehen aus Metallständerwerk. Gleichzeitig erfordert die akute psychiatrische Versorgung besondere Robustheit. Einige Räume müssen vandalismussicher sein. Dort hat man sich bewusst für eine steinartige Konstruktion entschieden.“

Für De Geus Bouw ist das HIC Heiloo weit mehr als nur ein Bauvorhaben. “Bei einem solchen Projekt erhält man wirklich einen Einblick in die verschiedenen Facetten des Gesundheitswesens, aber vor allem vermittelt es auch ein Bild davon, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist”, sagt Scheltema. “Und das ist ziemlich erschreckend: Jeder Vierte kommt im Laufe seines Lebens direkt oder indirekt mit der psychiatrischen Versorgung in Berührung. Gleichzeitig zeigt HIC Heiloo, wie stark sich die Sichtweise auf die psychiatrische Versorgung verändert. Während Gebäude der psychiatrischen Versorgung in der Vergangenheit oft eine geschlossene, fast gefängnisartige Ausstrahlung hatten, setzt GGZ Noord-Holland-Noord nun auf Raum, Licht, Glas und Verbundenheit.”
Diese Entwicklung beschränkt sich zudem nicht nur auf HIC Heiloo. Während sich der Bau der Fertigstellung nähert, arbeitet De Geus Bouw parallel daran, ein zweites Projekt für GGZ Noord-Holland-Noord zu realisieren: die Erweiterung einer forensischen Klinik (FPA), ebenfalls im Rahmen eines Bauteams. “Für uns ist dies eine Bestätigung dafür, dass eine gute Zusammenarbeit über einen günstigen Preis hinausgeht. Bei der Ausschreibung wurde ausdrücklich Wert auf eine überzeugende Präsentation und die Sichtbarmachung des Ausführungsteams gelegt. Das hat sich ausgezahlt. So entsteht nicht nur ein außergewöhnliches Gebäude, sondern auch eine Zusammenarbeit, die Lust auf mehr macht”, sagt Scheltema abschließend.