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Kulturerbe und Handwerkskunst vereinen sich an der Prins-Hendrikkade
Der Komplex erhält eine neue, zukunftsfähige Funktion, die sowohl der Dynamik der Innenstadt als auch der wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Arbeits- und Wohnräumen gerecht wird. (Bild: Heyligers)

An der Prins Hendrikkade vereinen sich Kulturerbe und Handwerkskunst

Renovierung und Nachhaltigkeitsmaßnahmen unter Wahrung des historischen Charakters

An der Prins Hendrikkade 16–19 in Amsterdam, direkt gegenüber dem Hauptbahnhof, werden die ehemaligen Beekwilder-Gebäude einer umfassenden Sanierung und Nachhaltigkeitsoptimierung unterzogen, wobei ihr architektonisches Erscheinungsbild und ihr kulturhistorischer Wert gewahrt bleiben. Ab dem dritten Quartal 2026 bieten die charakteristischen Gebäude Platz für eine moderne Büroumgebung und fünf hochwertige Wohnungen. Damit erhält der Komplex eine neue, zukunftsfähige Funktion, die sowohl der Dynamik der Innenstadt als auch der wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Arbeits- und Wohnräumen an einem der prominentesten Standorte der Stadt gerecht wird.

An der Prins Hendrikkade 1 vereinen sich Kulturerbe und Handwerkskunst
In die Dächer werden neue Dachfenster, verglaste Dachabschnitte sowie Einrichtungen für die Belüftung und Klimatisierung integriert.

Der Komplex an der Prins Hendrikkade besteht aus vier aneinandergrenzenden Grundstücken aus dem 17. Jahrhundert und ist Teil der UNESCO-Welterbestätte “Innenstadt von Amsterdam”. Daher konzentriert sich die Sanierung auf die sorgfältige Erhaltung und Wiederherstellung des historischen Charakters, verbunden mit zeitgemäßen Anforderungen an Komfort, Nachhaltigkeit und Funktionalität. Rijnboutt und Heyligers haben den Entwurf hierfür in Zusammenarbeit mit Duyts Bouwconstructies erstellt, während Van Wijnen für die bautechnischen Arbeiten verantwortlich ist. “Im zweiten Quartal 2025 haben wir mit der Ausführung begonnen”, berichtet Tobias Bolte, Projektleiter bei Van Wijnen. „Zu diesem Zeitpunkt waren der Streifenabbruch und die Fundamentinstandsetzung bereits abgeschlossen. Im Komplex hat eine vollständige Umgestaltung der Raumaufteilung stattgefunden. Zudem wurde ein neuer Betonboden im Erdgeschoss mit Leitungskanälen realisiert, wodurch der Rohbau so weit wie möglich auf unsere Arbeiten vorbereitet wurde.“

Zusätzliche Abbrucharbeiten

Das bedeutet jedoch nicht, dass Van Wijnen lediglich neu gebaut hat. “Da die Rückfassaden der Vorderhäuser sowohl technisch als auch ästhetisch veraltet waren und keinen denkmalpflegerischen Wert hatten, wurden sie von uns vollständig abgerissen und ersetzt”, so Bolte. “Außerdem haben wir verschiedene Flachdächer ersetzt, alte Treppen entfernt und umfangreiche Holzsanierungsarbeiten durchgeführt.” Als Beispiel nennt er die denkmalgeschützte Balkenkonstruktion, die im neuen Innenraumkonzept größtenteils sichtbar bleibt. “Erst danach konnten wir mit den Einbau- und Innenausbauarbeiten beginnen.”

An der Prins Hendrikkade 2 vereinen sich Kulturerbe und Handwerkskunst
In die Dächer werden neue Dachfenster, verglaste Dachabschnitte sowie Einrichtungen für die Belüftung und Klimatisierung integriert.

Glaserker für mehr Tageslicht

“Das Besondere an diesem Projekt ist, dass der Auftraggeber, nachdem wir mit den Vorbereitungen begonnen hatten, Heyligers als Innenarchitekten hinzugezogen hat”, erzählt Bolte. “Dies führte zu tiefgreifenden und umfassenden Planänderungen. Aber auch zu einem ergänzenden Bauantrag, der erst im Dezember 2025 bewilligt wurde. Wir mussten unsere Planung und unsere Arbeiten entsprechend anpassen, aber der Mehrwert war offensichtlich. Dank einer Planänderung im Erdgeschoss zwischen dem Hinter- und dem Vorderhaus konnte beispielsweise ein Außenbereich mit einem verglasten Erker geschaffen werden, wodurch sich die Tageslichtversorgung im Herzen des Gebäudes erheblich verbessert hat.”

Umsetzung in Arbeitspaketen

Um eine ausreichende Struktur, Übersicht und eine klare Aufgabenverteilung innerhalb des Projektteams zu gewährleisten, habe man sich für die Umsetzung in überschaubare Arbeitspakete entschieden, erklärt Bolte. “Zunächst wurden die Holzsanierung und die Verstärkungen mit Stahlträgern durchgeführt, gefolgt vom vollständigen Abriss und Ersatz der genannten Hinterfassaden.” In der neuen Situation verfügen die Rückfassaden der Vorderhäuser über eine Innenwand in Holzrahmenbauweise und eine Außenwand aus Ziegelstreifen, die vor Ort verputzt wurde. “Damit knüpfen wir sehr schön an die bestehende denkmalgeschützte Vorderfassade der Hinterhäuser an.”

Restaurierung der denkmalgeschützten Fassaden

Ein drittes Arbeitspaket betraf die Restaurierung der denkmalgeschützten Fassaden der Hinter- und Vorderhäuser. “Dabei wurden nicht nur die von Holzfäule befallenen Stellen repariert, sondern auch alle späteren Anbauten entfernt”, erklärt Bolte. “Blei und Zink wurden ersetzt und alle Holzelemente neu gestrichen. Bei zwei Gebäuden wurden die Fassaden der Vorderhäuser erneut geölt, während zwei andere Fassaden neu verputzt wurden.” Außerdem wurde für die Hinterhäuser mit den Hausnummern 16 und 19 ein neuer Aufsatz errichtet. “Bei Hausnummer 16 wurde durch die Errichtung eines Satteldachs auf einem ehemaligen Flachdach zusätzlicher Wohnraum geschaffen, und bei Hausnummer 19 wurde eine Stahlkonstruktion für zwei Wärmepumpen installiert, einschließlich einer Gitterfassadenverkleidung. Anschließend wurden die Schrägdächer aller Vorder- und Hinterhäuser energetisch saniert. Da dabei die bestehenden Keramikdachziegel erhalten und wiederverwendet wurden, blieb das historische Dachbild erhalten.”

Neuer Aufzugsschacht

Außerdem wurden die bestehenden Dachkonstruktionen erneuert und verschiedene Flachdächer saniert. “Ein interessantes Bauvorhaben war zudem die Realisierung einer komplett neuen Aufzugshaltestelle im Gebäude 18 mit einem gläsernen Aufzug in einem Aufzugsschacht aus Stahl und Glas”, erzählt Bolte. “Um diesen herum wurde eine Split-Level-Wendeltreppenkonstruktion errichtet.” Besonders ist, dass der Aufzug als Durchgangsaufzug ausgeführt wurde, wodurch doppelt so viele Haltestellen realisiert werden konnten. “Dadurch kann der Großteil des Bürokomplexes mit dem Aufzug erreicht werden.”

Vor kurzem hat Van Wijnen einen neuen Estrich im Erdgeschoss auf den Installationen verlegt, die in die Installationskanäle des Rohbauunternehmens eingebaut wurden. “Derzeit werden außerdem die Einbaupakete in den Büros und Wohnungen realisiert, woraufhin die Restaurierung der Stilikräume und des denkmalgeschützten Treppenhauses die Renovierung abschließen wird.”  

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